Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Hier wird über alle möglichen Medienthemen diskutiert, hauptsächlich Fernsehthemen, die nicht allein (oder gar nicht) Vodafone betreffen.
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Abraxxas
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von Abraxxas »

Der Laden bzw. ÖR hat Zwangskunden also Sklavenabonenten. Damit hat man Narrenfreiheit.
Ich muss auch für den Quatsch zahlen der da alltäglich ausgetrahlt wird. Dabei nutze ich es so oft, dass ich überhaupt nicht mitbekäme, wenn es weg wäre.
Einstellen, abschaffen und gut is
cka82
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von cka82 »

V0DAF0N3 hat geschrieben: 18.02.2026, 19:05 Jetzt könnte man meinen, KI hilft den Sendern sinnvoll bei der Berichterstattung, stattdessen verstößt das ZDF gegen eigene KI-Richtlinien und legt eine katastrophale Fehlerkommunikation an den Tag. Und dabei rühmen sich die Öffis stets, wie sorgfältig doch hier gearbeitet werde. Worum geht es?

Am Sonntag lief im Rahmen des "heute journals" ein Beitrag über die umstrittenen ICE-Einsätze in den USA. Dabei kam auch Bildmaterial zum Einsatz, das von einer KI erstellt wurde. Als Kritik daran laut wurde, versuchte man sich in Mainz gleich mehrfach aus der Verantwortung zu stehlen. Zunächst hieß es, durch einen technischen Fehler sei den Kennzeichnung des KI-Materials verloren gegangen, wie DWDL.de berichtet.
Nur: Das hätte auch nichts besser gemacht. In dem kurzen Video waren eine Frau und zwei Kinder zu sehen, die abgeführt wurden. Das Problem war aber, dass das gar nicht echt war, sondern mithilfe von KI generiert. Deutlich wurde das durch ein Wasserzeichen von Sora - damit können täuschend echte KI-Videos erstellt werden. Unter anderem gegenüber der "Welt" und "Übermedien" erklärte ein ZDF-Sprecher kurz danach, dass man habe zeigen wollen, "dass sowohl mit echten als auch mit KI-generierten Bildern ein Klima der Angst erzeugt wird". Auch das erwies sich als schlicht unwahr, dafür musste man nur den Beitrag im "heute journal" gesehen haben. Darin ging es nicht um Angst durch KI-generierte Bilder, es ging um echte Einsätze von ICE.

An einer zweiten Stelle nutzte das ZDF in dem Beitrag Videomaterial aus dem Jahr 2022 - dabei handelte es sich nicht um einen ICE-Einsatz, als ein solcher wurde es aber dargestellt. Das ZDF verbreitete am Sonntag im "heute journal" also gleich mehrfach Unwahrheiten - und war später nicht einmal in der Lage dazu, die Sache richtig zu stellen.
Wie es weiter heißt, glänzte die ZDF-Kommunikationsabteilung vor allem mit ungeschicktem Handeln. Eine Erklärung/Entschuldigung folgte am Dienstagabend mit reichlich Verspätung in der Sendung.
Am Dienstagmittag, hier waren bereits einige zweifelhafte Erklärungsversuche der Mainzer im Umlauf, verschickte der Sender schließlich eine Pressemitteilung. Darin entschuldigte man sich für die Fehler im "heute journal" - und ließ erneut Fragen offen. "Diese Sequenz hätte nach den Regeln des ZDF ohne Kennzeichnung und ohne Einordnung so nicht verwendet werden dürfen", erklärten die Mainzer zum KI-Video. Wie genau eine solche Einordnung hätte aussehen sollen, damit das Video aus ZDF-Sicht in Ordnung gewesen wäre, blieb dabei offen. Im "heute journal" am Dienstagabend hat das ZDF dann aber doch noch die Kurve bekommen und nicht nur die falsche Berichterstattung korrigiert, sondern auch die eigenen Erklärungsversuche abgeräumt, mit denen man Journalistinnen und Journalisten zuvor versucht hatte in die Irre zu führen. In dem Beitrag wurde klar gemacht, dass der Einsatz des KI-Videos gegen die geltenden KI-Regeln des Senders verstoßen hat.
https://www.dwdl.de/nachrichten/105559/ ... _gereicht/

Und es ist mal wieder die Art und Weise, wie das ZDF als Vertreterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit einem Fehler umgeht. Anstatt offensiv und ehrlich einen Fehler einzugestehen, weiß die eine Abteilung im Sender nicht was die andere macht. Und so kommt es zu einer Kommunikation, die unterirdisch ist und dem Ansehen des Senders, der Öffis und dem dort hochgehaltenen Anspruch, korrekte Informationen zu verbreiten, zuwiderläuft. Erstaunen herrscht dann, wenn manche Teile der Bevölkerung von Lügenpresse sprechen. In dieser Sache kann man dann echt schwer was dagegen sagen und der Sender hat es selbst verbockt. Alles in allem eine unnötige Aktion, die man mit Schnelligkeit, Ehrlichkeit und präziser und reumütiger Kommunikation sogleich hätte lösen können. Nicht der Fehler, eine KI-Material falsch eingesetzt zu haben, sondern das Herunterspielen des Vorgangs vonseiten der Senderkommunikation macht hier das Problem aus - und zeigt leider, dass Augenhöhe gegenüber dem Publikum an mancher Stelle im Sender wohl doch nicht an der Tagesordnung ist, wie man gerne glauben mag. Und dann wundern sich die Sender, wenn Menschen Infos von dubiosen Portalen beziehen, weil der Eindruck entstanden ist, dass man angelogen wird. Ist Vertrauen doch das höchste Gut im Nachrichtengeschäft.
Das ZDF hat die Korrespondentin, die den Bericht erstellt hat, mit sofortiger Wirkung abberufen.

Der Bericht sei ursprünglich zuvor bereits im Mittagsmagazin einige Tage vorher gelaufen, und dann von der Korrespondentin für die erneute Ausstrahlung im heute journal mit 2 Szenen aus dem Netz angepasst worden.

"In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz. Davon stammte eine Szene aus einem völlig anderen Kontext (Festnahme in Florida 2022), die andere Szene war KI-generiert.

Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen. Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt. Der Schlussredaktion des "heute journals" hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen."

https://presseportal.zdf.de/pressemitte ... bruar-2026
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V0DAF0N3
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von V0DAF0N3 »

@cka82: Ehrlich gesagt, befriedigt mich das Verhalten des ZDF nicht, denn es läuft doch immer so. Immer wenn was schief läuft, wird erst versucht alles kleinzureden oder zu vertuschen, klappt das dann nicht, wird ein Bauernopfer präsentiert. Und dabei haben doch mehrere Instanzen versagt. Jetzt alles auf eine Korrespondentin zu schieben, ist auch die einfachste Art mit dem Problem umzugehen. Mag sein, dass Sie den Fehler begangen hat, aber jetzt merkt man wieder, dass ganz hektisch Maßnahmen ergriffen werden, um der Öffentlichkeit vorzugaukeln, es passiere nie wieder. Und das glaube ich auch nicht. Wer realistisch ist, weiß, dass Menschen Fehler machen immer und immer wieder. Du, ich, jeder andere auch. Jetzt neue Maßstäbe festzusetzen führt dazu, dass nach einer gewissen Zeit sicher wieder irgendein Sachverhalt dazu führen wird, dass diese einreißen und dann geht die Aktionismusspirale von vorne los. Ist ja schön, wenn der Blick aufgrund von solchen Verfehlungen geschärft wird, aber die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit fand ich am Schlimmsten. Das ZDF hätte doch einfach gleich ehrlich sein können und sagen, dass etwas schiefgelaufen ist. Das hätte ich ihnen viel weniger übel genommen als angelogen zu werden. Aber dass in der Kommunikationsabteilung Regeln im Umgang mit der Öffentlichkeit und eine Pflicht, diese nicht zu verarschen eingeführt worden sei, davon hört man nichts.

Für mich sind das alles Indizien dafür, dass die meinen über den Dingen zu stehen. Offenkundig fällt keinem im Personalstamm auf, dass die Schadensbegrenzung gehörig aus dem Ruder gelaufen ist und die Kommunikation nach außen. Und erst auf Druck von außen, korrigiert sich der Sender. Nicht etwa gleich von selbst. Und dann predigen die von früh bis spät wie wichtig doch fundierte, seriöse und gut recherchierte Fakten sind. Und kriegen es selbst nicht hin. Und was die Korrespondentin anbelangt, vielleicht hat Sie wirklich Schwierigkeiten (nicht als Vorwurf) beim Erfassen von Wahrheit und Unwahrheit, schließtlich muss sich sich vor Ort tagtäglich mit Fakenews aus dem Hause Trump herumschlagen, dass ihr ihr Fauxpas vielleicht gar nicht als so fehlerhaft vorkam, weil in den USA ja offenbar vorherrscht, dass man Lügen und Wahrheit so benutzt, wie es einem gerade passt. Also wie gesagt, nicht der KI-Fehler hat mich am meisten gestört, sondern die Art und Weise wie das ZDF mit dem Fehler gegenüber der Öffentlichkeit umgegangen ist. Peinlich, arrogant und unsensibel. Ich bin eigentlich nie fürs Nachtreten oder Nachtragen, aber es wird sicher eine ganze Weile dauern, bis hier wieder Vertrauen gewachsen ist.
robert_s
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von robert_s »

V0DAF0N3 hat geschrieben: 20.02.2026, 21:30 Und was die Korrespondentin anbelangt, vielleicht hat Sie wirklich Schwierigkeiten (nicht als Vorwurf) beim Erfassen von Wahrheit und Unwahrheit, schließtlich muss sich sich vor Ort tagtäglich mit Fakenews aus dem Hause Trump herumschlagen, dass ihr ihr Fauxpas vielleicht gar nicht als so fehlerhaft vorkam,
Ich würde doch eher darauf tippen, dass die aus Zeitmangel (oder Faulheit) einfach mal die KI auf ihre Arbeit angesetzt hat, und das Ergebnis dann eben ungesehen weitergegeben hat. Das trifft man aktuell vielerorts an. Ist mir auch schon passiert, dass ich eine KI nach einer möglichen Lösung für ein Problem gefragt habe, diese weitergegeben habe, und sich nachher herausstelle, dass die KI sich da etwas halluziniert hatte. War in meinem Fall nicht kritisch, weil ich am Ende ohnehin für die Umsetzung zuständig war.

Insofern ist dieser Vorfall schon ein gewisser Spiegel unserer Zeit.
V0DAF0N3 hat geschrieben: 20.02.2026, 21:30 aber es wird sicher eine ganze Weile dauern, bis hier wieder Vertrauen gewachsen ist.
Was dich angeht, würde ich spontan aus den St. Nimmerleinstag setzen. Stimmt's?
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berlin69er
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von berlin69er »

Na ja, aber selbst wenn sie zu „faul“ war ordentlich zu recherchieren, ist das schon etwas skurril, wenn das dann ausgerechnet beim ÖRR passiert, der ja immer auf seine angebliche Seriosität pocht und uns das auch immer wieder aufs Brot schmiert.
Und wenn diese Dame tatsächlich vorher das Sagen im Büro in Tel Aviv hatte und jahrelang direkt mit Hamas Aktivisten zusammengearbeitet hat, hätte im Grunde nach ihrer Abberufung dort schon Schluss sein müssen. So kann man sehr schnell den Eindruck erlangen, dass da nur schnell weggekehrt werden soll, damit ja nicht nicht die Strukturen hinterfragt werden.
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V0DAF0N3
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von V0DAF0N3 »

robert_s hat geschrieben: 21.02.2026, 01:15 Was dich angeht, würde ich spontan aus den St. Nimmerleinstag setzen. Stimmt's?
Muss ich dich leider enttäuschen. Um mich gehts nicht und ich bin auch so gut wie gar nicht nachtragend. Gemeint war das Vertrauen der Öffentlichkeit. Gibt auch noch Schlimmeres auf der Welt als diesen Fehler des ZDF und ich prophezeihe jetzt schon, dass es ganz sicher nicht der letzte dieser Art gewesen ist. Je mehr KI in den Prozessen zum Einsatz kommt, umso häufiger wird das vielleicht der Fall sein. Aber das müssen die Medien ja selbst wissen, was sie dem Publikum vorsetzen wollen. Eventuell würde es auch schon helfen, vonseiten der Sender nicht allzu perfekte Maßstäbe zu verkünden, um dann irgendwann an diesen gemessen zu werden. Allzu absolute Erwartungen habe ich ohnehin nicht, weil wir alle Menschen sind. Und Menschen sind nunmal fehlbar.
KI auch. Das ist eine realistische Einschätzung und insofern bin ich nicht enttäuscht, wenn dieser Fall eintritt. Aber wenn man natürlich vollmundig verkündet, wie toll man doch arbeitet, dann habe ich keine Lust mich verarschen zu lassen. Vielleicht sollte man den Einsatz von KI auch erst dann professionalisieren, wenn ein Feld wirklich weitgehend beherrscht wird. Es gibt ja Aufgaben, die eine KI besser durchführen kann als ein Mensch. Aber es gibt eben auch noch Felder, in denen KI kaum einen Mehrwert bringt. Diese Entwicklungsstufe läuft, ob es einem passt oder nicht. Man könnte ja auch mit Bedacht rangehen, doch einige Branchen und Macher scharren längst mit den Hufen, weshalb nicht mehr KI eingesetzt wird. Ich sag mal so, - pessimistisch gedacht - wenn dann ggfs. Menschen massenhaft arbeitslos werden, spätestens dann wird mit den Füßen abgestimmt. Mal sehen, ob und wann es soweit ist. Kann natürlich auch alles super toll und prosperierend werden.
berlin69er hat geschrieben: 21.02.2026, 08:08 Na ja, aber selbst wenn sie zu „faul“ war ordentlich zu recherchieren, ist das schon etwas skurril, wenn das dann ausgerechnet beim ÖRR passiert, der ja immer auf seine angebliche Seriosität pocht und uns das auch immer wieder aufs Brot schmiert.
... So kann man sehr schnell den Eindruck erlangen, dass da nur schnell weggekehrt werden soll, damit ja nicht nicht die Strukturen hinterfragt werden.
Dass ein solches Bild bei dir entstanden ist, genau darin liegt das eigentliche Problem.
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von V0DAF0N3 »

Die ARD hat die nächste Errungenschaft in der Pipeline. Ab 3. März 2026 gibt es auf den Popwellen hr3, rbb 88.8, MDR JUMP, NDR 2, Bremen Vier, SR 1, SWR3 und WDR 2 in den gemeinsamen Abend- und Nachtsendungen regionalisierte Wetter- und Verkehrmeldungen auf KI-Basis.

Demnach stellt ein speziell trainiertes Sprachsystem die Vertonung der Meldungen angepasst an das Sounddesign der jeweiligen Popwelle sicher. Zum Einsatz kommen Stimmen, die auf den Originalen von Moderatoren beruhen. In den ARD Wetter- und Verkehrsredaktionen schreiben und prüfen Redakteurinnen und Redakteure die Meldungstexte und ordnen sie den Sendegebieten zu. Die redaktionelle Verantwortung sowie die Kontrolle über alle Inhalte bleiben somit bei den Menschen. Bedeutet also individuelle Verkehrsmeldungen zur vollen Stunde sowie individuelle Wetter- und Verkehrsmeldungen zur halben Stunde.

https://www.presseportal.de/pm/29876/6223700
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von cka82 »

V0DAF0N3 hat geschrieben: 25.02.2026, 13:01 Die ARD hat die nächste Errungenschaft in der Pipeline. Ab 3. März 2026 gibt es auf den Popwellen hr3, rbb 88.8, MDR JUMP, NDR 2, Bremen Vier, SR 1, SWR3 und WDR 2 in den gemeinsamen Abend- und Nachtsendungen regionalisierte Wetter- und Verkehrmeldungen auf KI-Basis.

Demnach stellt ein speziell trainiertes Sprachsystem die Vertonung der Meldungen angepasst an das Sounddesign der jeweiligen Popwelle sicher. Zum Einsatz kommen Stimmen, die auf den Originalen von Moderatoren beruhen. In den ARD Wetter- und Verkehrsredaktionen schreiben und prüfen Redakteurinnen und Redakteure die Meldungstexte und ordnen sie den Sendegebieten zu. Die redaktionelle Verantwortung sowie die Kontrolle über alle Inhalte bleiben somit bei den Menschen. Bedeutet also individuelle Verkehrsmeldungen zur vollen Stunde sowie individuelle Wetter- und Verkehrsmeldungen zur halben Stunde.

https://www.presseportal.de/pm/29876/6223700
So ganz was Außergewöhnliches ist das auch nicht. Bei bigFM NRW gibt z.B. schon länger Wetter und Verkehr von der KI. Bei Wetter- und Verkehrsmeldungen kann man ja auch nicht so viel verkehrt machen.
Viel schlimmer finde ich, dass ja schon seit längerem bei Studio 47 die ganzen Sendungen KI basiert sind mit Moderationsavatar. Das finde ich persönlich absolut fragwürdig und extrem unseriös.
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von V0DAF0N3 »

cka82 hat geschrieben: 25.02.2026, 13:18 So ganz was Außergewöhnliches ist das auch nicht. Bei bigFM NRW gibt z.B. schon länger Wetter und Verkehr von der KI. Bei Wetter- und Verkehrsmeldungen kann man ja auch nicht so viel verkehrt machen.
Viel schlimmer finde ich, dass ja schon seit längerem bei Studio 47 die ganzen Sendungen KI basiert sind mit Moderationsavatar. Das finde ich persönlich absolut fragwürdig und extrem unseriös.
Der Unterschied ist, dass du STUDIO 47 nicht bezahlen musst, die Öffis aber schon. Und wenn das alles so toll ist, wieso macht man das denn nicht auch am Tage? Menschen, die z. B. berufsbedingt nachts Radio hören, kriegen eine Computerstimme zu hören. Menschen am Tage bekommen Wetter- und Verkehr von einem Menschen vorgetragen. Ist schon ein Unterschied. Den Beitrag müssen aber alle gleich bezahlen. Laut der Mitteilung der ARD:
Dieses Gemeinschaftsprogramm bietet den Hörerinnen und Hörern ein modernes, hochwertiges Radioerlebnis und sorgt gleichzeitig für effizienteren Ressourceneinsatz innerhalb der ARD.
Modern ja, aber ich finde hochwertig und KI sind für mich in diesem Zusammenhang ein Widerspruch, insbesondere wenn man sieht, wie die Öffis derzeit mit ihren eigenen Regularien ins Straucheln geraten beim Umgang mit KI. Oder anders gesagt: Wenn ich also weiß, dass das Audio ein Computer ist, dann will ich vielleicht auch nicht die Bereitschaft haben, monatlich dafür zahlen zu müssen. Einen Wetterbericht oder Verkehrsmeldungen sich von einer KI vorlesen zu lassen, dafür braucht es eigentlich nicht zwingend den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das kann im Zweifel auch ein Sprachtool einer Website. Welche Summen sich durch diese ressourcensparende Maßnahme einsparen lässt, sagt die ARD nicht. Das wäre mal interessant zu wissen.

Und ich würde auch denken, Audioproduktion ist schnell gemacht und kostet nicht unbedingt mehr, da die Studiotechnik, Mikrofon und Redakteur ja ohnehin da sind. Könnte also der vorgenannte prüfende Redakteur nicht auch schnell selbst den Text einsprechen, den er für die KI-Stimme ohnehin eingeben muss? Vielleicht hat die ARD auch einfach nur unnötig umständliche Produktionsprozesse, dass hier die KI als eine Lösung gesehen wird. Der Rundfunk soll ja für die Menschen da sein. Behauptet er auch immer und ist auch richtig so. Wenn am Ende aber ein Computer das Hörerlebnis ausmacht und zugleich die Rede ist von hochwertig, dann passt das für mich nicht so richtig zusammen. Ich hab nichts gegen technischen Fortschritt, aber hier geht es ums Prinzip. Wenn man schon so drauf ist, dass man KI-basiert arbeitet, wieso macht man das dann nicht auch tagsüber? Man könnte jede Moderation und sämtliche Sprachelemente von einer KI sprechen lassen. Würde unendliche Millionen einsparen. Wäre dasselbe. Nur wäre das alles recht emotionslos. Es geht um die Akzeptanz.

Und die bei STUDIO 47 haben doch auch von Jörg Kachelmann einen Avatar angefertigt.
https://meedia.de/news/beitrag/20903-ki ... ender.html
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Re: Einschnitte bei ARD und ZDF geplant

Beitrag von cka82 »

Also als "hochwertig" sehe ich das auch nicht an, mehr so als "einerseits müssen wir Geld sparen, aber das trotzdem irgendwie noch anbieten, also nehmen wir halt KI, interessiert ja eh keinen, wer das macht, Hauptsache die Informationen werden vermittelt."
Und die Definition von "effizienterer Ressourceneinsatz" ist bei der ARD sowieso eine ganz andere als die des Zuschauers / Zuhörers. Wenn ich jetzt wieder sehe, wie "effizient" Gebührengelder für den ESC zum Fenster rausgeworfen werden für den üblichen "Erfolg" und was man dafür für wirklich sinnvolle Programme/Sendungen alles abgeschafft hat, für die das Geld wesentlich sinnvoller angelegt wäre. Und die Liste der "Jury" : Die meisten Namen sagen einem rein gar nichts, und wenn man dann liest, warum die angeblich besonders geeignet seien , und man da liest "ja, der ist großer ESC-Fan" , dann sieht man, ja beim SWR sitzen wirklich Leute, die Ahnung davon haben, was sie machen :hirnbump: :wand: .