Erdung von HÜP bei verschiedenen Netzformen

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Flole
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von Flole »

Genau richtig, und diese (ungewollte) Verbindung würde man sich über ein nicht galvanisch getrenntes Koax dann basteln. Allerdings nicht mal annähernd mit der erforderlichen Strombelastbarkeit um das ganze sicher betreiben zu können. Man bastelt also ein TN-S Netz aus allen Gebäuden die am Kabelnetz hängen, wobei der PE zwischen den Gebäuden (also das Koax) nicht dafür geeignet ist.
KDG-Techniker030
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von KDG-Techniker030 »

reneromann hat geschrieben: 26.12.2022, 00:27
KDG-Techniker030 hat geschrieben: 26.12.2022, 00:20
Flole hat geschrieben: 25.12.2022, 23:17 Es gibt keinen gemeinsamen PE zwischen 2 TT Anlagen. Den PE über das Koax mal außen vor. Du hast wieder nur einen Verbraucher bzw. Anschlussnehmer gezeichnet, erst mit einem zweiten wird's interessant.
Auch dieser(2.) ist über einen PE mit der Haupterdungsschiene verbunden
Nein, eben nicht - weil die Erdung eines zweiten Gebäude(teil)s nicht mit der Erdnung des ersten Gebäude(teil)s verbunden sein muss.
Genau das ist ja der Unterschied zwischen dem TN-System, bei dem PE/PEN über die Straße zu allen Gebäuden geführt werden -und- dem TT-System, bei dem es eben KEINE solche Verbindung zwischen den Gebäuden oder Gebäudeteilen gibt.

Und nur bei mehreren Gebäuden oder Gebäudeteilen und dementsprechend unterschiedlichen Erdern würdest du ein galvanisches Trennglied einsetzen - denn die Anschlüsse in einem Gebäude laufen ja über den gleichen HÜP und sind nicht galvanisch gegeneinander getrennt.

Denn mir wäre nicht bekannt, dass die Haupterdungsschienen verschiedener Gebäude jetzt schon miteinander verbunden werden müssten...
ich rede von in EINEM Haus, ihr von mehreren Häusern, in allen anderen Häusern ist der hüp auch geerdet, heißt komplette C-Linie ist durch hüps mehrfach geerdt… alle Häuser haben einen Ringererder tiefenerder etc… darüber läuft der fehlerstrom ab und nicht übers koax da Widerstand der Schirmung im koax größer als erdungswiderstand…
Flole
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von Flole »

Bei einem Haus ist es ja auch kein Problem, aber das gibt's in der Praxis halt nicht.

Die C-Linie ist aber nicht belastbar! Strombelastbarkeit laut Spezifikation = 0A, in der Praxis minimal darüber, keineswegs jedoch ausreichend für viele Ampere. Die brennt durch wenn da Ströme drüber fließen, und genau das erlaubst du durch die fehlende galvanische Trennung wenn ein Erder schlechter ist bzw. die Erder in der Umgebung einfach besser sind (die von dir zitierte VDE sagt ja nur wie gut ein Erder mindestens sein muss, wenn man will kann man den auch deutlich darüber errichten, das passiert auch regelmäßig bei bestimmten Typen weil man da nicht, wie bei einem Tiefenerder, einfach nachbessern/drauf hauen kann und den so verbessern kann sondern dann hat man ein Problem. Hat also ein Gebäude einen Tiefenerder der gerade gut genug ist, ein anderes einen Ringerder kann der Ringerder über das Koax für das Gebäude mit dem Tiefenerder schon attraktiv sein, und schon fließt ein Strom über das Koax, was aber nicht sein darf.
reneromann
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von reneromann »

KDG-Techniker030 hat geschrieben: 26.12.2022, 00:37
reneromann hat geschrieben: 26.12.2022, 00:27
KDG-Techniker030 hat geschrieben: 26.12.2022, 00:20

Auch dieser(2.) ist über einen PE mit der Haupterdungsschiene verbunden
Nein, eben nicht - weil die Erdung eines zweiten Gebäude(teil)s nicht mit der Erdnung des ersten Gebäude(teil)s verbunden sein muss.
Genau das ist ja der Unterschied zwischen dem TN-System, bei dem PE/PEN über die Straße zu allen Gebäuden geführt werden -und- dem TT-System, bei dem es eben KEINE solche Verbindung zwischen den Gebäuden oder Gebäudeteilen gibt.

Und nur bei mehreren Gebäuden oder Gebäudeteilen und dementsprechend unterschiedlichen Erdern würdest du ein galvanisches Trennglied einsetzen - denn die Anschlüsse in einem Gebäude laufen ja über den gleichen HÜP und sind nicht galvanisch gegeneinander getrennt.

Denn mir wäre nicht bekannt, dass die Haupterdungsschienen verschiedener Gebäude jetzt schon miteinander verbunden werden müssten...
ich rede von in EINEM Haus, ihr von mehreren Häusern, in allen anderen Häusern ist der hüp auch geerdet, heißt komplette C-Linie ist durch hüps mehrfach geerdt… alle Häuser haben einen Ringererder tiefenerder etc… darüber läuft der fehlerstrom ab und nicht übers koax da Widerstand der Schirmung im koax größer als erdungswiderstand…
Nein, da unterliegst du einem ganz großen Irrtum. Der Fehlerstrom ist eine faule Sau - und wenn der Weg über das Koax der geringste Widerstand ist, nimmt der Strom diesen (und brutzelt das Koax weg).
Zumal deine Parallelschaltung von Erdern das klitzekleine Problem hat, dass die Erder ja nicht 100%ig auf dem gleichen Potential sein müssen - in dem Fall hast du dann immer Ausgleichsströme zwischen den Gebäuden, die dann eben das Koax "grillen".

Und weiterhin: Du baust doch nicht in einem Haus mehrere Trennglieder rein - sondern es geht um die Trennglieder zwischen Haus und Straße (respektive Haus und Nachbarhaus) - und in dem Fall wäre dann halt die Verbindung über das Koax die niederohmigste Verbindung zwischen den verschiedenen Erdern und würde damit -ohne Trennglied- zu Problemen führen.
KDG-Techniker030
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von KDG-Techniker030 »

Das sind Horror Szenarien… dann kannst du ja eigentlich auch gleiches bei einem TNS sagen, wenn im Fehler Fall der Netzbetreiber PE unterbrochen ist oder hohen Widerstand hat wirds über die koax abgeleitet…

So wie du argumentiert könnte es in “bestimmten” Fällen in allen Netz formen ohne DGT in der BK-Anlage passieren… also müsste man überall ein Trennglied einbauen…

Empfehle https://www.elektropraktiker.de/ep-200 ... bc7f55c96f
Flole
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von Flole »

Nein, das sind normale Betriebsszenarien, du betrachtest beim TN-S Netz einen Fehlerfall, wollen wir das auch mal beim TT Netz machen? Das wird nicht besser....
reneromann
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Re: [VFKD] Hausübergangepunkt

Beitrag von reneromann »

KDG-Techniker030 hat geschrieben: 26.12.2022, 00:55 Das sind Horror Szenarien… dann kannst du ja eigentlich auch gleiches bei einem TNS sagen, wenn im Fehler Fall der Netzbetreiber PE unterbrochen ist oder hohen Widerstand hat wirds über die koax abgeleitet…
Wobei der Netzbetreiber den PE nicht ohne Abschaltung des Netzes trennen wird...
Davon abgesehen wäre dies ein Einzelfehler, der erst einmal noch nicht zu einem Problem führt - erst wenn ein zweiter Fehler (Erdschluss innerhalb des Gebäudes) auftritt, kann es dann zum "Grillen" des Koax-Kabels kommen.
So wie du argumentiert könnte es in “bestimmten” Fällen in allen Netz formen ohne DGT in der BK-Anlage passieren… also müsste man überall ein Trennglied einbauen…
Nein, da es halt ein gewaltiger Unterschied ist, ob bereits ein Fehler vorliegt und der Doppelfehler erst zum Problem führt -oder- ob das Problem aufgrund der anderen Netzform ständig besteht.