Im Regionalmagazin MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE, im Hörfunk und auf der Senderhomepage hat der MDR am 24. August angedeutet, wie es aussieht, wenn die von der AfD angekündigte Kündigung des MDR-Staatsvertrages eintreten würde. Im Interview erläuterte MDR-Intendant Ralf Ludwig, dass der MDR aus vielen Publikumsreaktionen der letzten Tage und Wochen wisse, dass vielen Menschen in Sachsen-Anhalt die Auswirkungen einer Kündigung des MDR-Staatsvertrages nicht bewusst seien. Deshalb habe sich der Sender dafür entschieden, dies an ausgewählten Stellen des Programms publizistisch einzuordnen. Hierfür entschied sich der MDR auch für kurze Momente der Stille im Radio und leere Flächen im Netz.
Ich persönlich finde die Art und Weise der Verdeutlichung etwas platt. Man sagt ganz einfach, dass liebgewonnene Sendungen verschwinden (können). Aber was soll denn sonst bei einer Veränderung der Grundlagen passieren? Das ist doch irgendwie logisch und normal und war im Grunde auch schon bei früheren Veränderungen in der Rundfunklandschaft der Fall. Zum Beispiel als Sender fusioniert wurden. Diesmal soll es in die gegenteilige Richtung gehen. Dem Föderalismus sei Dank ist Rundfunk Ländersache.
Der MDR zeigt damit eigentlich vielmehr, dass er selbst Angst hat und spiegelt dies auf die Bevölkerung. Ein gewisser Teil skandiert dies doch auch auf AfD-Veranstaltungen, insofern scheint es einen gewissen Teil des Publikums nicht weiter zu stören. Wobei auch hier nochmal zu hinterfragen wäre, ob sich die Leute das im Vorfeld gut überlegt haben, was sie durch die Gegend posaunen. Die Leute werden schon selbst merken, was sie davon haben. Ich würde das gar nicht so groß aufblasen.
Meiner Meinung nach wird es doch gerade durch diese Art der Berichterstattung für diejenigen, die das System ablehnen, interessant. Die lachen sich ins Fäustchen und freuen sich darüber, dass dem MDR der A**** auf Grundeis geht. Und der MDR hält sich für schlau, in dem er diese Unterbrechungsaktionen direkt vor der Wahl ins Programm packt. Dabei steht das Eindampfen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schon lange im AfD-Wahlprogramm und nicht erst seit 14 Tagen ist absehbar, dass ein gewisser Teil des wahlberechtigten Volks gedenkt, bei der AfD ihr Kreuzchen zu machen. Insofern hätte man diese publizistische Einordnung auch schon viel früher machen können. Wollte man aber offenbar nicht, weil man jetzt natürlich noch einen gewissen Einfluss auf das Wahlergebnis erzielen könnte. Das ist irgendwie Kindergarten. Man taktiert, weil man selbst von einer Entscheidung betroffen ist.
Wenn man sich mal anschaut, was das permanente Dagegensein gegen die AfD bis heute gebracht hat, kann man zu dem Befund kommen, genau das Gegenteil. Man wollte sie kleinhalten und nun besteht die ernsthafte Chance, als Alleinregierung in einem Bundesland zu entscheiden. Und genau dieser Zeitpunkt wird interessant. Ab dann müsste die AfD nämlich auch das erste Mal richtig liefern. Und vermutlich werden auch hier viele Erwartungen enttäuscht, weil die AfD sich mit der Realität auseinandersetzen muss und nicht mehr nur mit dem bis dahin selbst auferlegten eigenen Weltbild.
Für den MDR tuts mir dann leid, aber sein Ende bedeutet ein Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt nicht automatisch. Wie der MDR richtig anmerkt, besteht dieser im Falle einer Kündigung des MDR-Staatsvertrages weiter fort, wird aber nur noch getragen von Sachsen und Thüringen. Das kann man sich ja dann anschauen und als Wähler seine Schlüsse daraus ziehen. Ich würde meinen, dass die Leute im Falle eines Wahlsieges der AfD womöglich bald ganz andere Sorgen haben als das Zahlen eines Rundfunkbeitrags.
https://www.ardmediathek.de/video/mdr-s ... WJlYmRlZTM
https://www.dwdl.de/nachrichten/107590/ ... afdplaene/
(c) MDR Screenshots
MDR skizziert eigenes Ende in Sachsen-Anhalt
Forumsregeln
Forenregeln
Forenregeln
-
V0DAF0N3
- Kabelfreak
- Beiträge: 1611
- Registriert: 26.02.2020, 21:54
MDR skizziert eigenes Ende in Sachsen-Anhalt
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
-
Blue7
- Kabelfreak
- Beiträge: 1090
- Registriert: 15.02.2020, 11:48
Re: MDR skizziert eigenes Ende in Sachsen-Anhalt
Bin kein AFD-Anhänger oder Wähler, aber ist doch gut, wenn nur so die ARD bzw. der MDR endlich mal sparen kann. Eigenständig ist man ja nicht bereit dafür.
Welche liebgewonnene Sendungen sollen denn wegfallen. Die 15-30min Regionale Nachrichten am Tag? Der Rest der Dritten sind doch großteils eh mit Content von anderen Dritten bestückt.
Sollte MDR SA wirklich entfallen, dann wird man halt MDR Sachen bzw. Thüringen im Grenznahen Gebiet via Vodafone im Kabelnetz verbreitet, wenn Sie nicht sogar schon jetzt in HD dort eingespeist weden, so wie bei uns SWR RP und SR HD neben SWR HD.
Welche liebgewonnene Sendungen sollen denn wegfallen. Die 15-30min Regionale Nachrichten am Tag? Der Rest der Dritten sind doch großteils eh mit Content von anderen Dritten bestückt.
Sollte MDR SA wirklich entfallen, dann wird man halt MDR Sachen bzw. Thüringen im Grenznahen Gebiet via Vodafone im Kabelnetz verbreitet, wenn Sie nicht sogar schon jetzt in HD dort eingespeist weden, so wie bei uns SWR RP und SR HD neben SWR HD.
-
berlin69er
- Insider
- Beiträge: 14956
- Registriert: 14.08.2012, 19:24
- Wohnort: Berlin-Charlottenburg
- Bundesland: Berlin
Re: MDR skizziert eigenes Ende in Sachsen-Anhalt
Puh, für mich fällt das durchaus schon in den Bereich illegale Wahlwerbung.
Und nein, ich mag die AfD nicht, aber stimme mit meinem Vorredner darin überein, dass der Zulauf zum ganz großen Teil selbstverschuldet ist.
Auch was man im ÖRR tagtäglich sieht, macht nicht den Eindruck von politischer Ausgewogenheit. Immer mehr spielen offenbar persönliche Präferenzen von Redakteuren eine größere Rolle, als eine objektive Berichterstattung. Und dabei ist man sich selbst keiner Schuld bewusst und gießt, in einem Elfenbeinturm sitzend noch fleißig Öl ins Feuer.
Und nein, ich mag die AfD nicht, aber stimme mit meinem Vorredner darin überein, dass der Zulauf zum ganz großen Teil selbstverschuldet ist.
Auch was man im ÖRR tagtäglich sieht, macht nicht den Eindruck von politischer Ausgewogenheit. Immer mehr spielen offenbar persönliche Präferenzen von Redakteuren eine größere Rolle, als eine objektive Berichterstattung. Und dabei ist man sich selbst keiner Schuld bewusst und gießt, in einem Elfenbeinturm sitzend noch fleißig Öl ins Feuer.
Kabelnetz: Vodafone Kabel Deutschland Berlin-Charlottenburg (ungenutzt)
TV: Sony KD-55A1 OLED
Receiver: VU+ UNO 4K SE mit DVB-T2 HD Dualtuner & 1TB Samsung 850 EVO SSD
Zubehör: Apple TV 4K für Waipu TV und Co.
TV: Sony KD-55A1 OLED
Receiver: VU+ UNO 4K SE mit DVB-T2 HD Dualtuner & 1TB Samsung 850 EVO SSD
Zubehör: Apple TV 4K für Waipu TV und Co.
-
robert_s
- Insider
- Beiträge: 8242
- Registriert: 30.11.2010, 15:09
- Bundesland: Berlin
Re: MDR skizziert eigenes Ende in Sachsen-Anhalt
Die Aufgabe des ÖRR ist auch nicht, objektiv zu sein oder politisch ausgewogen. Die Aufgabe ist, die Prinzipien des Grundgesetzes zu vertreten, also Pressefreiheit und die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Entsprechend gibt es keine "Neutralität", wenn diese Prinzipien in Frage gestellt werden. Und die persönliche Meinungsäußerung eines Redakteurs gehört auch zur Pressefreiheit - im Gegensatz zu Verhältnissen in anderen Ländern, wo die "Presse" nur noch nachplappern darf, was die herrschenden ihnen in den Mund legen.berlin69er hat geschrieben: 26.08.2026, 05:50 Auch was man im ÖRR tagtäglich sieht, macht nicht den Eindruck von politischer Ausgewogenheit. Immer mehr spielen offenbar persönliche Präferenzen von Redakteuren eine größere Rolle, als eine objektive Berichterstattung.
Von daher passt diese Aktion schon zum Auftrag.