[VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

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mar123
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[VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

Hallo allerseits,

ich habe ein paar Fragen, zu denen ich hier Antworten suche.

Erstmal einige Daten:
-Internetvertrag: Vodafone Cable Max 1000 (Dual Stack vom Vodafone-Support eingestellt)
-Modem: Vodafone Station (Arris TG3442DE mit Firmware AR01.02.068.10_082720_711.PC20.10 und Hardwaretyp 5)
-Einfamilienhaus mit nur einer angeschlossenen Anschlussdose (Kathrein ESD 44 14dB mit Abschlusswiderstand und Multimedia-Dosenaufsatz), Zugriff auf den Hausübergabepunkt (Delta HÜP 862) und den Verstärker (Delta BKE 22) besteht, die Hausverkabelung erfolgte vor längerer Zeit mit einem 110dB Class A Koaxialkabel

Anschließend die Fragen:
1. Sind die Pegel meines Anschlusses (siehe Screenshot) zu hoch bzw. kann es durch diese eine Beeinträchtigung des Anschlusses geben (wie z.B. teilweise langsames Laden von Internetseiten)?
Bei 794MHz habe ich schon Pegel von 10,5dBmV-12,0dBmV gesehen (ein paar andere Kanäle waren knapp darunter), was ja laut der Tabelle hier im Forum das obere Ende des Toleranzbereichs ist.
Gibt es etwas, woran man eine Übersteuerung erkennen kann?

2. Bei meinem Anschluss gibt es, soweit ich das beurteilen kann, ziemlich große Pegeldifferenzen (siehe Screenshot).
Kann dies Probleme verursachen und lassen sich diese Differenzen irgendwie angleichen?

Ich habe testweise das Modem an der Zuleitung vom Verstärker sowie mit einem Adapter an den Messdosen des HÜP angeschlossen (Werte im Anhang).
Dabei waren die Pegeldifferenzen und der SNR der Kanäle soweit ich das sehen konnte insgesamt nicht groß anders als normalerweise.
Die Werte vom HÜP finde ich allerdings dennoch etwas komisch (Pegel niedriger als bei der Zuleitung vom Verstärker, SNR einiger Kanäle niedriger).
Möglicherweise aufgrund des Adapters bzw. der offenen Klappe des HÜP (Messung war nur so möglich)?

Außerdem habe ich geschaut, wie sich der Downstream-Pegel Regler und der Entzerrer des Verstärkers auswirken.
Mit dem Downstream-Pegel Regler ließen sich die Pegel der Downstream-Kanäle verringern, dies führte aber ziemlich schnell zu einer Reduktion des SNRs zweier Kanäle (OFDM 41dB->40dB, 154MHz 40.4dB->39dB).
Beim Entzerrer konnte ich beim Drehen nach links keine Auswirkung auf die Werte feststellen, während eine Drehung in die andere Richtung zu einer Dämpfung der Downstream-Kanäle geführt hat, wobei aber niedrigere Frequenzen deutlich mehr als höhere gedämpft wurden.
Anschließend habe ich beide Regler wieder auf die vorherige Einstellung zurückgestellt.

Fotos von dem Aufbau hänge ich an.
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Flole
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von Flole »

Die Spezifikation sieht bis zu 15dBmV vor, aber selbst bei 20dBmV übersteuert da noch nichts.
mar123
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

Danke für die Antwort, Flole.

Gelten diese Werte auch für die Kanäle mit QAM64 Modulation? Die haben bei meinem Anschluss die höchsten Pegel.

Eine Sache frage ich mich auch noch: Würde ich es an der SNR sehen, wenn der Pegel eines Kanals zu hoch ist?
Flole
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von Flole »

Die 15 sind ein Mittelwert (das wird von vielen, wenn nicht sogar allen, Herstellern so angegeben). Die Spezifikation spricht von 13dBmV für 64QAM und 17dBmV für 256QAM. Nun ist ein Modem aber kein Messgerät (vielleicht ein grober Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht).

Ein Übersteuern könnte man am SNR vermutlich auch erkennen, sehr deutlich dürfte es aber an der (Pre-FEC-)BER sein.
elo22
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von elo22 »

Pfui Aufdrehstecker.

Lutz
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

Flole hat geschrieben: 01.11.2020, 00:50 Die 15 sind ein Mittelwert (das wird von vielen, wenn nicht sogar allen, Herstellern so angegeben). Die Spezifikation spricht von 13dBmV für 64QAM und 17dBmV für 256QAM. Nun ist ein Modem aber kein Messgerät (vielleicht ein grober Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht).

Ein Übersteuern könnte man am SNR vermutlich auch erkennen, sehr deutlich dürfte es aber an der (Pre-FEC-)BER sein.
Danke für die hilfreichen Informationen, Flole.

Ich habe testweise einmal geschaut, ob eine stärkere Verstärung der Downstream-Pegel die SNR-Werte verbessert und bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine weitere Erhöhung keine Verbesserung bringt.

Dabei ist mir aufgefallen, dass bei den QAM256 Kanälen bei 154Mhz und 162MHz ab einem gewissen Punkt der SNR von 40 auf 39 gesunken ist, obwohl die dabei vorliegenden Pegelwerte noch gut im Rahmen lagen und auch ungefähr den vor dem Verstärker gemessenen Pegeln - dort aber mit dem 40er-SNR - entsprachen.

Die vor dem Verstärker gemessenen SNR zweier Kanäle (OFDM 41->42dBmV, 138MHz 39->40.9dBmV) erreiche ich hinter der Anschlussdose somit nicht ganz, die Werte sollten aber soweit ich verstehe dennoch ganz gut sein.
mar123
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

elo22 hat geschrieben: 01.11.2020, 18:49 Pfui Aufdrehstecker.

Lutz
Den Aufdrehstecker (befindet sich am Kabel vom Verteiler zu der Anschlussdose) könnte ich gegen einen Cablecon-Stecker wie bei den anderen Kabeln austauschen, ich frage mich nur, ob sich das in diesem Fall lohnt.
Könnte ich dadurch bei meinem Anschluss eine Verbesserung erzielen oder kann der Aufdrehstecker anderweitig zu Problemen führen?

Eine paar andere Punkte fallen mir auch noch ein, bei denen ich mich für Informationen interessiere:
-Die Anschlussdose ist ja schon etwas älter, würde hier der Austausch gegen eine moderne Multimediadose etwas bringen?
-Sollten alle Ausgänge vom Kabelverteiler (kenne nicht den richtigen Namen, meine das Teil, bei dem die ganzen Leitungen unten links vom Verstärker angeschlossen sind) mit einem Widerstand abgeschlossen werden oder ist dies unnötig?
-Verschlechtern sich die Werte eines Koaxialkabels, das über mehrere Jahre der Witterung ausgesetzt war, merkbar? Dies betrifft in meinem Fall das Kabel zwischen dem Verstärker und dem HÜP, das an seiner Position Regen abbekommt.
mar123
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

Ein kleines Update zum derzeitigen Stand:

Ich hatte mich noch ein bisschen bezüglich der Pegeldifferenzen eingelesen und daraufhin schließlich den UHF-EQ 862/16 - UHF-Deemphase Entzerrer gekauft und vor dem Verstärker eingebaut.
Dieser hat die Pegeldifferenzen deutlich reduziert (siehe DOCSIS-Werte im Anhang) und bei ein paar Kanälen zu anhaltend besseren SNR-Werten geführt (OFDM 41dB->42dB, 138MHz 38,6db/39dB->40,4dB, 146MHz 38,6db/39dB->40,4dB).

Durch die zusätzliche Dämpfung musste ich zwar meinen Verstärker an die obere Grenze hochdrehen, das scheint aber zumindest nach den SNR-Werten kein Problem zu sein.
Die Pegel sehen soweit ich das sehen kann so auch gut aus.
DOCSIS-Status_neu.png
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nauke100
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von nauke100 »

Wenn man sich die Tabelle dann noch mal anschaut, dann könnte man auf die Idee kommen bei
64qam -12 bis 12 minus 10 dann wäre man im mittleren Bereich der Tabelle -2 bis 2
256qam -6 bis 18 minus 10 dann wäre man im mittleren Bereich der Tabelle 4 bis 8
dann bräuchte der Verstärker nicht voll aufgedreht zu sein,
Hast den F-Stecker gewechselt? Das Kabel im Aussenbereich? Die MMD Dose?
Hört sich doch mehr nach Feintuning an :kaffee:
Gruß
Nauke100
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mar123
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Re: [VFKD] Pegel zu hoch (Übersteuerung)? / Pegeldifferenzen angleichbar?

Beitrag von mar123 »

Stimmt, ein bisschen könnte ich die Verstärkung schon noch reduzieren, wobei ich bei dem obersten QAM64-Kanal unter 2/3dBmV eine Reduzierung des SNR bemerkt hatte (ungefährer Wert), da dann wohl LTE-Einstrahlung das Signal beeinflusst.

Änderungen habe ich abgesehen vom Hinzufügen des UHF Deemphase Entzerrers soweit keine gemacht. Hatte gelesen, dass die Pegeldifferenz einen bestimmten Wert (10dBmV glaube ich) nicht überschreiten sollte, und hier war die Differenz unter Einbeziehung der verschiedenen Modulationen - falls ich das richtig gerechnet habe - doch recht deutlich höher. Bin aber selber überrascht, dass dieser Deemphase Entzerrer die Werte teils so sichtbar verbessert hat. Hätte nicht damit gerechnet, dass die Pegeldifferenz solche Auswirkungen hat.

Außerdem war mir aufgefallen, dass die Eingangspegel vor dem Verstärker teils ziemlich hoch waren (20dBmV bei 64QAM bei den oberen Kanälen), was durch den Deemphase Entzerrer jetzt nicht mehr der Fall ist, das könnte also auch einen Teil des Unterschieds ausmachen.