altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Für alle Technik-Themen bezogen auf Internet und Telefonie, die weder AVM- noch Arris-/Technicolor-/Compal-/Sagemcom-/Hitron-Produkte betreffen. Speedprobleme werden hier lediglich thematisiert, wenn sie auf die verwendeten Geräte zurückzuführen sind (die nicht zu den o.g. Produkten zählen).
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robert_s
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von robert_s »

SenfKabelHer hat geschrieben:
16.06.2020, 16:46
Warum ist ein zu hoher Pegel schädlich? Ich frag so unbedarft, weil ich mein Leben bis vor einigen Monaten in der xDSL Welt verbracht habe und da versucht man alles um Dämpfung zu verhindern und sowas wie zu hohe Pegel die gedämpft werden müssen sind da unbekannt.
Bei xDSL gibt es keine Zwischenverstärker und keine Zielpegel bzw. -Qualität. Da kommt halt an, was ankommt. Beim Koaxkabel (zumindest bis [Euro]DOCSIS 3.0) muss dagegen eine bestimmte Signalqualität beim Kabelmodem ankommen, weil die Bandbreite fix ist. Dafür werden Zwischenverstärker eingebaut.

Nun gibt es größere Hausverteilanlagen, und da hat man bis zu einer Wohnung im EG eine deutlich niedrigere Dämpfung als zu einer im 10. Stock. Da man nicht auch noch etagenweise Zwischenverstärker einsetzen will, verstärkt man das Signal im Keller so stark, dass es im 10. Stock mit dem gewünschten Pegel ankommt - der für das EG freilich viel zu hoch ist. Also setzt man vom EG bis zum 10. Stock Dosen mit abnehmender Dämpfung ein, sodass überall in etwa der gleiche Pegel ankommt.

Was ist nun das Problem mit einem zu hohen Pegel? Das hängt von der Signalverarbeitung im Kabelmodem ab. Da muss das Signal analog vorverarbeitet und schließlich digitalisiert werden. Nun haben analoge Komponenten leider keine lineare Charakteristik. Die kann man bestenfalls so auslegen, dass sie "ausreichend" linear sind, und d.h. üblicherweise, dass das zu den Randbereichen hin deutlich nichtlinear wird. Sprich: Wenn Du da mit dem maximalen Pegel, den das Kabelmodem verträgt (ohne dass ein EV-Überspannungsschutz greift;)) reingehst, wird das Signal verzerrt in der digitalen Domäne ankommen, und dann sind Bitfehler bei der Dekodierung eben deutlich wahrscheinlicher als wenn das Signal im annähernd linearen Bereich durch die analoge Vorverarbeitung geht.

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Das ergibt Sinn. Dankeschön.

Ich finde die Docsis Technologie auch wesentlich interessanter als xDSL, fast etwas traurig wenn es mal durch ftth ersetzt wird.

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Menne
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von Menne »

Dlan würd ich auch nicht machen, einmal a bissel Geld in die Hand nehmen , inner Ecke Loch durch die Decke und nen Sockelleistenkanal, oder Brüstungskanal verlegt und dann ist es auch ne saubere Sache!
Der Glubb is a Depp!

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Menne hat geschrieben:
16.06.2020, 18:51
Dlan würd ich auch nicht machen, einmal a bissel Geld in die Hand nehmen , inner Ecke Loch durch die Decke und nen Sockelleistenkanal, oder Brüstungskanal verlegt und dann ist es auch ne saubere Sache!
Da hätte ich dir bis vor 1 Jahr noch zugestimmt. Aber es ist beeindruckend was WLAN in den neuesten Topmodellen von AVM leistet. So eine 6591 oder 7590 und 2400 Repeater ersetzen für 99% der Haushalte spielend Ethernet-Verkabelung herkömmlicher Art. Dank 5 GHz auch recht störungsfrei.