altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

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SenfKabelHer
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altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Guten Morgen,

jetzt möchte jemand in der Familie meine Hilfe bei der Einrichtung eines Gigabit Anschlusses per Kabel.

Ich bin überfragt, was meint ihr:

TV wird per Satellit geschaut, aber in den 80ern wurde ein Kabelanschluss hergestellt, der HÜP ist natürlich noch vorhanden aber seit Jahren außer Betrieb.
Es geht noch ein altes Koaxialkabel mit silbernem Kern (also kein Kupfer, keine Ahnung was es ist) hoch in das Wohnzimmer darüber.

Dieses Koaxialkabel wurde bei Bauarbeiten mal eingegipst und leider nicht in einem Kanal verlegt, es lässt sich ohne die Wand aufzustemmen also nicht tauschen und neu ein Loch durch die Kellerdecke zu bohren möchte man möglichst vermeiden.

Ist es möglich, die (ausgemessen) 4 m waagrecht vom HÜP entlang der Kellerdecke zzgl ca. 50 cm senkrecht (von der Kellerecke hoch ins Wohnzimmer in eine aktuell noch blinde Unterputzdose) mit diesem definitiv heute nicht mehr normgemäßen Kabel zurückzulegen, also daran eine MMD anzuschließen, um das Kabelmodem im Wohnzimmer aufzustellen?

Also ohne zum Rückwegstörer zu werden, Ärger mit der Bundesnetzagentur zu bekommen oder komplett kaputte Pegel zu haben.

Im Bestand wird ja oft einfach an solche total veralteten Hausnetze angeschossen, teilweise sogar in Plattenbauten. Ggf. geht das ja mit bestimmten zusätzlichen Maßnahmen. Oder ist das einfach trial and error und meistens geht's halt gut?!

Fabian
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von Fabian »

Das Kabel hat möglicherweise eine etwas höhere Dämpfung als moderne Kabel. Es wird auch nicht doppelt geschirmt sein.
Wenn das Kabel an einer Multimediadose mit Abschlusswiderstand angeschlossen ist, treten auch keine stehenden Wellen auf und keine Abstrahlungen.
Eine Stichleitungsdose würde ich nicht unbedingt nehmen.

Kenny13554
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von Kenny13554 »

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vodafone Dir das anschließt. Die Länge des Kabels reicht an sich schon aus um Einstrahlungen zu verursachen. Ich würde das Modem einfach im Keller lassen und schauen, ob das WLAN das aushält (so wie es sich anhört, ist das Wohnzimmer ja direkt über dem Keller). Alternativ wäre auch eine Powerline-Lösung eine Idee, also Modem im Keller, WLAN aus, und dann mit Powerline ins Wohnzimmer, wo dann der WLAN AP sitzt (entweder direkt im Powerline integriert oder eben ein zusätzlicher WLAN AP).

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Schwesterherz hat eine Vodafone Station zum self install zugeschickt bekommen.

Ich habe keine Ahnung wie viel eigene Installation KDG zulässt. An den HÜP darf ich nicht, aber da ist das alte Koaxialkabel eh noch drin. Es hat also schon immer alle Einstrahlungen aufgenommen die es aufnehmen kann und es hat den Netzbetreiber bisher nie gestört.

Mir ist beim Kabelnetz immer nicht so klar wovon im Idealfall abgeraten wird (aber es die Entscheidung des Kunden ist was er macht) und was rechtlich untersagt ist, weil Eigentum des Netzbetreibers oder gar Regressgefahr wenn Störungen im Segment verursachen werden.
Nur deshalb zögere ich überhaupt es einfach zu versuchen und eine MMD zu kaufen und die ihr schnell hin zu schrauben und es auszuprobieren.

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Menne
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von Menne »

ich würde vom Wlan abraten , die Wlans der VF Geräte sind mehr als beschissen, FB in Keller und Netzwerkleitungen ziehn, evtl ist noch nen Leerrohr ins Obergeschoss Frei, wo man was einziehn kann!
Der Glubb is a Depp!

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Also, ich habe jetzt einfach eine Fritzbox 6591 im Geschäft mitgenommen und ihr die Fritzbox direkt am HÜP angeschlossen. Speedtest zeigt 5x immer vollen Speed und 5 gb Testdatei ging schnell und ohne Schwankungen runter.
Kann man mit den Pegeln angesichts dessen leben?
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Kenny13554
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von Kenny13554 »

SenfKabelHer hat geschrieben:
16.06.2020, 13:00
Also, ich habe jetzt einfach eine Fritzbox 6591 im Geschäft mitgenommen und ihr die Fritzbox direkt am HÜP angeschlossen. Speedtest zeigt 5x immer vollen Speed und 5 gb Testdatei ging schnell und ohne Schwankungen runter.
Kann man mit den Pegeln angesichts dessen leben?Screenshot_20200616-125803.pngScreenshot_20200616-125815.png
Du hast da ne Schräglage im Downstream, ich denke aber, dass das noch in der Toleranz sein sollte. Ich denke nicht, dass Du damit Probleme haben wirst.

Damit ist aber das Problem mit dem Kabel ins Wohnzimmer noch nicht gelöst, oder? Hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht? Ich schätze mal, dass keine Leerrohre vorhanden sind, sonst hätte man da ja gleich ein neues Koaxkabel durchziehen können. Hast Du Dir mal die Powerline-Lösung (also vom Keller ins Wohnzimmer über die Steckdose) überlegt?

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

WLAN kommt super im Wohnzimmer darüber an.
Da eh alle ihre Endgeräte drahtlos online gehen sollen ist es komplett egal wie die Fritzbox steht haben wir herausgefunden.
Von den 1000 Mbit kommen nur so 200-500 am Endgerät an, je nach Endgerät, aber das wäre nicht anders mit Fritzbox im Erdgeschoss und macht auch nichts. Sie hat den Anschluss halt auch weil es dann nie Engpässe gibt wenn Kinder und sie gleichzeitig online sind, die Fritzbox beherrscht ja 4x4 MU-MIMO und kann mehrere Geräte gleichzeitig mit dreistelligen mbit Raten versorgen. Der höhere Upload ist natürlich auch gut.
Also wenn das gerade noch in den Toleranzen ist und, am wichtigsten, geschmeidig funktioniert lassen wir es einfach so. Jede zusätzliche Installation bringt ja nur eine mögliche Fehlerquelle.

robert_s
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von robert_s »

SenfKabelHer hat geschrieben:
16.06.2020, 13:00
Also, ich habe jetzt einfach eine Fritzbox 6591 im Geschäft mitgenommen
Ohne sie zu bezahlen? :shock:

SenfKabelHer
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Re: altes Koaxialkabel zur Not geeignet?

Beitrag von SenfKabelHer »

Logisch, mit Masken erkennt man ja niemand mehr :party:

Warum ist ein zu hoher Pegel schädlich? Ich frag so unbedarft, weil ich mein Leben bis vor einigen Monaten in der xDSL Welt verbracht habe und da versucht man alles um Dämpfung zu verhindern und sowas wie zu hohe Pegel die gedämpft werden müssen sind da unbekannt. Warum ist ein zu starkes Signal einzelner Kanäle hier negativ? Es muss ja einen technischen Hintergrund dafür geben.