[VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

In diesem Forum geht es um den Ausbau des Kabelnetzes in vielerlei Hinsicht (allgemeiner Ausbau für Internet/Telefonie, EuroDOCSIS 3.0/DOCSIS 3.1, 862 MHz, Video on Demand, Segmentierungen...).
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Informationen u.a. zu findest du auch im Helpdesk. Für Informationen zum Ausbaustatus der verschiedenen von Vodafone Kabel Deutschland bzw. Vodafone West (ehem. Unitymedia) versorgten Orte siehe folgende Threads:


Bitte gib bei der Erstellung eines Threads im Feld „Präfix“ an, ob du Kunde von Vodafone Kabel Deutschland („[VFKD]“) oder von Vodafone West / ehem. Unitymedia („[VF West]“) bist.
SenfKabelHer
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von SenfKabelHer »

petertxt hat geschrieben: 09.02.2021, 21:03 Hier etwa 50 km weg von München sind die Latenzen zu Google die folgenden. Die DNS Server von VF liefern für Google mal die Adressen der Server aus München, Frankfurt oder Prag:
MUC 10 ms
FRA 19 ms
PRG 26 ms
Ich benutze schon lange nur den Google DNS.
Meiner Kenntnis nach der einzige schnelle öffentliche DNS der auch zum nächstgelegenen lokalen Cache Server führt, zB von Netflix. Andere wie Cloudflare gehen auf die generischen IPs und das kann einen wesentlich ungünstigeren Cache Server bedingen, mit allen Konsequenzen.
Das darf man beim Routing natürlich auch nicht vergessen.
Wie gut die Vodafone eigenen DNS Server da sind habe ich nicht ausprobiert.
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3rik
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von 3rik »

SenfKabelHer hat geschrieben: 10.02.2021, 21:43
petertxt hat geschrieben: 09.02.2021, 21:03 Hier etwa 50 km weg von München sind die Latenzen zu Google die folgenden. Die DNS Server von VF liefern für Google mal die Adressen der Server aus München, Frankfurt oder Prag:
MUC 10 ms
FRA 19 ms
PRG 26 ms
Ich benutze schon lange nur den Google DNS.
Meiner Kenntnis nach der einzige schnelle öffentliche DNS der auch zum nächstgelegenen lokalen Cache Server führt, zB von Netflix. Andere wie Cloudflare gehen auf die generischen IPs und das kann einen wesentlich ungünstigeren Cache Server bedingen, mit allen Konsequenzen.
Das darf man beim Routing natürlich auch nicht vergessen.
Wie gut die Vodafone eigenen DNS Server da sind habe ich nicht ausprobiert.
Ich kriege mit der Vodafone dns ~5-15ms höheres ping zur google, de-cix.de, etc als mit meine eingene unbound dns Server :lol:
VF 500/25
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https://www.speedtest.net/result/10835454992

Engländer, der seid 2 Jahre in Deutschland wohnt aber immernoch kaum deutsch kann lol
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von Flole »

de-cix.de hat doch nur eine IP Adresse, egal von wo resolved wird, oder habe ich da grad nur Pech beim Testen von verschiedenen Regionen auf der ganzen Welt gehabt? Wie kommst du da plötzlich auf schlechtere Pingzeiten?
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von SenfKabelHer »

Zu einzelnen Servern kann ich nix sagen bzw bin zu faul das nachzuprüfen, aber prinzipiell ist das alles etwas komplizierter.
Es gibt den Standard DNS, der löst zur festen IP aus den root servern auf.
Darüber hinaus gibt's diverse Protokolle, die im Grunde über die IP der Anfrage (wenn alles ordentlich hinterlegt ist kann man darüber teilweise bis auf die Stadt genau sagen wo du bist) den Dienst hinter der aufzulösenden IP fragen was der für dich geographisch günstigste oder nächstgelegene (muss nicht das selbe sein) Cache Server ist und zu dessen IP wirst du dann tatsächlich gelotst.

Das macht nicht jeder DNS. Teilweise machen sie es zB nur für on site Cache wie zB die Cache Server die Netflix zur Verfügung stellt, usw.
Es lohnt sich auf jeden Fall verschiedene DNS auszuprobieren und ich persönlich bin bei Google hängen geblieben.

In Zeiten von Cloud, CDN und Cache Servern ist das auf jeden Fall relevant für die erreichte "Nettoleistung" bei vielen Diensten, inklusive Ping, weil man eben je nachdem auf günstigen oder ungünstigen Servern landet inkl. entsprechenden Routings.
Ein Freund hatte zB immer Probleme mit Netflix am Abend mit seinem DSL Anschluss. Dann ist er auf Google DNS und Problem behoben. Spicken woran das lag kann man in den Detailinfos beim Netflix Speedtest unter www.fast.com. Aus dem dort angezeigten Server kann man meist schließen, ob korrekt zu einem Cache Server beim Provider geroutet wurde oder "dumm" zB zum Zentralserver für Deutschland, mit entsprechend langem Routing über ggf überlastete Leitungen. Der DNS seines eigenen Providers hat ihn lustigerweise nicht zum Cache Server bei diesem Provider geroutet. Erst Google DNS hat das richtig gemacht.
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von why_ »

SenfKabelHer hat geschrieben: 11.02.2021, 08:09 Darüber hinaus gibt's diverse Protokolle, die im Grunde über die IP der Anfrage (wenn alles ordentlich hinterlegt ist kann man darüber teilweise bis auf die Stadt genau sagen wo du bist) den Dienst hinter der aufzulösenden IP fragen was der für dich geographisch günstigste oder nächstgelegene (muss nicht das selbe sein) Cache Server ist und zu dessen IP wirst du dann tatsächlich gelotst.
Du scheinst GeoIP Datenbanken zu meinen? Die haben die Genauigkeit einer Wünschelrute und da muss nicht mal der Kontinent stimmen.
SenfKabelHer hat geschrieben: 11.02.2021, 08:09Das macht nicht jeder DNS. Teilweise machen sie es zB nur für on site Cache wie zB die Cache Server die Netflix zur Verfügung stellt, usw.
Es lohnt sich auf jeden Fall verschiedene DNS auszuprobieren und ich persönlich bin bei Google hängen geblieben.
Hier scheinst du auf EDNS raus zu wollen

Um zu gucken was der DNS macht und was nicht kann ich https://cmdns.dev.dns-oarc.net/ empfehlen.
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von SenfKabelHer »

Ich versuche das Technobabble auf ein Minimum zu reduzieren, aber ja, das meine ich.

Die Geodaten sind tatsächlich bei dynamischen IPs deutscher Provider ziemlich akurat. Jedenfalls wird alles genutzt was die Dienste an Infos bekommen können, nicht zuletzt aus Gründen des Urheberrechtes, das merkt man oft erst wenn's nicht funktioniert. So hat Rumänien schon früh auf ipv6 umgestellt (keine alte Infrastruktur, keine Altlasten, Netze gleich neu in Glasfaser und mit ipv6 Architektur aufgebaut). Alte IPv4 hat man ins Ausland verkauft.
Ua an deutsche Provider. Teilweise wurden dann die Geodaten nicht aktualisiert und plötzlich konnte auf diverse Dienste nicht mehr zugegriffen werden, Geoblocking, oder man landete auf einem rumänischen Server im Routing uä.

Was die Anbieter da so alles zusammen schustern ist unüberschaubar. Meistens funktioniert es halt einfach unbemerkt im Hintergrund.
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von 3rik »

Flole hat geschrieben: 11.02.2021, 02:20 de-cix.de hat doch nur eine IP Adresse, egal von wo resolved wird, oder habe ich da grad nur Pech beim Testen von verschiedenen Regionen auf der ganzen Welt gehabt? Wie kommst du da plötzlich auf schlechtere Pingzeiten?
Keine ahnung, verstehe ich auch nicht so ganz. Vielleicht liegt es irgendwie daran, dass meine eigene DNS server im Lokale netzwerk ist und schneller zu erreichen ist? Sollte eigentlich kein unterschied machen bei den ping tests. Aber auf ping plotter war die average ping mit unbound etwa 4ms niedriger. Vielleicht hat es doch etwas anderes verursacht.

Bei google kriege ich aber unterschiedliche ip addressen:
Vodafone: 172.217.20.238 - Muenchen
Unbound: 216.58.212.174 - Frankfurt
München ist ca. 130 km weiter von mir entfernt als frankfurt. Da macht es also schon mehr sinn :)
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von StevenK »

SenfKabelHer hat geschrieben: 11.02.2021, 09:33 Geoblocking, oder man landete auf einem rumänischen Server im Routing uä.
Geoblocking ja, aber Routing nach Rumänien auf keinen Fall. Die Geodaten der IP sind egal, lediglich die Präferenz der Routen von ISP A zu Anbieter B zählt. Und wenn die Übergabe zu Google in Hamburg ist, wird Google sich schon einen freien Server in der Nähe des POPs aussuchen (bspw. auch München). In Rumänien zu landen ist da sehr sehr unwahrscheinlich.
3rik hat geschrieben: 11.02.2021, 11:58 Vielleicht liegt es irgendwie daran, dass meine eigene DNS server im Lokale netzwerk ist und schneller zu erreichen ist?
Nicht ganz. :grin:
Die IP-Adresse, die für ein Ziel im DNS-Server X eingetragen ist, kann aus mehreren Gründen anders sein als zum DNS-Server Y.
Mit dem VFKD-DNS in Berlin lande ich bei Google auch in München, Cloudflare Berlin gibt mir Frankfurt. Das kommt z.B. auch darauf an, wie Google ihre Lastverteilung über DNS an die Anbieter bekanntgibt.
Ein prominentes Beispiel war auch mal Probleme in der DNS-Ankündigung von Fastly. (Reddit, ...). Fastly hat (nachdem sie eine Zeit lang via Telia zur DTAG gingen und sich Kunden wegen der langsamen Verbindung aufgrund der Peeringüberlastung beschwert haben) einen PNI zur DTAG. Nun hat Fastly aber nicht für alle DNS-Server, die in DE genutzt werden (sei es bspw. 1.1.1.1 oder auch ein DTAG-eigener DNS) eine IP-Adresse eingetragen, die über dieses PNI ging. Da gingen dann Sachen via Level3 in die UK und haben wieder Probleme verursacht, obwohl Peering-/netzseitig alles gestimmt hat.
.Marcus.
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von .Marcus. »

Ich hab mal ein Ping an die erste externe IP (Gateway im Kabelnetz) von eine Trace Route gemacht.

Die Zeiten liegen bei 7-8ms, denk mal das ist die Laufzeit von meinem Anschluss ins Internet, der Rest addiert sich dann je nach Routing zum Ziel.

Bei meiner DSL Leitung hab ich da ~9ms.

Grüße
r2d2
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Re: [VFKD] Low Latency DOCSIS - Wann?

Beitrag von r2d2 »

StevenK hat geschrieben: 11.02.2021, 16:23 Geoblocking ja, aber Routing nach Rumänien auf keinen Fall. Die Geodaten der IP sind egal, lediglich die Präferenz der Routen von ISP A zu Anbieter B zählt. Und wenn die Übergabe zu Google in Hamburg ist, wird Google sich schon einen freien Server in der Nähe des POPs aussuchen (bspw. auch München). In Rumänien zu landen ist da sehr sehr unwahrscheinlich.
Da Google EDNS Client Subnet mitgibt, bekommt man idR. eh Ziel-IPs die kurze Wege haben. Aber bei Anbietern wie Cloudflare DNS, die aus "privacy" Gründen kein Client Subnet mitgeben ist das so eine Sache. Z.B. hatte ich eine Zeit lang für den A record youtube.com Ziel IPs in den USA erhalten.