DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

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Meister Voda
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von Meister Voda »

floh667 hat geschrieben: 20.11.2021, 01:36 Das wird erstmal grundsätzlich nur dort funktionieren wo Vodafone docsis Dienste über rfog anbietet. Sprich Neubauten mit fttb Anschluss. Für den bei weitem größten Teil des Netzes also weiterhin nicht von Bedeutung.
Wie kommst denn auf das schmale Brett? Mit MAC-PHY (evtl. in Kombination mit GigaHFC) kannst das quasi direkt im ganzen Netz ausrollen. Ggf. muss bei längeren C-Lines der erste, evtl. auch der zweite Erdabzweiger getauscht werden. Ein neuer HAV kostet auch kein Vermögen.

Vodafone hat da nicht umsonst in den letzten zwei Monaten einiges für investiert…
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von floh667 »

Warum sollte es ungeeignet sein? Mit rfog hast weder einen Abzweiger noch sonst irgend ein Bauteil zwischen deinem Hausanschluss und der Verteilerstelle.. darum werden diese Netze wohl die ersten sein wo das in Betrieb geht.

Natürlich geht es auch mit nem Kupfernetz, aber da musste jeden einzelnen Verstärkerpunkt als remote phy ummodifizieren. Und danach vorallem in älteren Netzen auf dem Land jeden Verteiler vorm Haus ersetzen.
D.h das wird nicht ohne Tiefbau gehen, fast nirgends.

Ich sehe das alles halt aus der Perspektive eines Anschlusses im ländlichen Baden-Württemberg. Hier läuft nichtmal der Ofdm im 800mhz Bereich sauber und bricht immer Mal temporär auf <30dB ein, wenn er sonst auf 35dB läuft.
Ohne größere arbeiten laufen hier sicher keine 1,2ghz durchs Netz, ganz zu schweigen von höheren upstream Frequenzen.
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Meister Voda
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von Meister Voda »

floh667 hat geschrieben: 20.11.2021, 11:01 Warum sollte es ungeeignet sein? Mit rfog hast weder einen Abzweiger noch sonst irgend ein Bauteil zwischen deinem Hausanschluss und der Verteilerstelle.. darum werden diese Netze wohl die ersten sein wo das in Betrieb geht.
Irrtum: Die RFOG-Netze haben i.d.R. mehr (optische) Abzweiger, andere (passive) Bauteile, und natürlich den µ-Node an jedem Hausanschluss. Ein vergleichbares klassisches Koax-Netz ist da einfacher aufgebaut, hat dafür allerdings mehr aktive Komponenten, z.B. VrP.

RFOG erfordert für Segmentierungen und Veränderungen die Verlegung bzw. Errichtung von teuren, aktiven Komponenten näher bzw. direkter zur C-Line inkl. viel Tiefbau, um das Netz an die geänderte Topologie anzupassen. Aufwand: ca. 5.000 - 7.000 Euro für 16 Einfamilienhäuser. Dazu kommt dann noch der Austausch des µ-Node an jedem Hausanschluss mit weiteren 300 €. Geht also nicht unter 10.000 € pro C-Line. Das RFOG-Netz ist eben noch mehr Shared-Medium und wesentlich unflexibler als ein XPON-Netz. Das ist rein wirtschaftlich einfach nicht rentabel. Die Investition amortisiert sich frühestens nach 4,5 Jahren. Und das nur für den DOCSIS 3.1 Voll-Ausbau; für DOCSIS 4.0 muss dann nochmal die gleiche Investition getätigt werden.

Es ist eher davon auszugehen, dass die gebauten RFOG-Netze vom VF genauso stiefmütterlich behandelt werden, wie es ihrer Zeit die OPAL-Netze von KDG und der Telekom wurden.

Natürlich geht es auch mit nem Kupfernetz, aber da musste jeden einzelnen Verstärkerpunkt als remote phy ummodifizieren. Und danach vorallem in älteren Netzen auf dem Land jeden Verteiler vorm Haus ersetzen.
D.h das wird nicht ohne Tiefbau gehen, fast nirgends.
Ja, und? Kostenpunkt ca. 400 -500 € für die Umrüstung des VrP auf MAC-PHY inkl. Einblasen der Glasfaser durch das Kupferrohr des vorhandenen 1KX. Ggf. muss dann noch der erste Erdabzweiger in der C-Line getauscht werden; wenn die C-Line länger als 400 Meter ist, dann möglicherweise auch der zweite EAZ. Kostenpunkt: ca. 300 - 400 € pro EAZ. Macht zusammen ca. 1300 € Investition für schlimmstenfalls 16 Einfamilienhäuser, in der Praxis sind es wohl mehr WE, die für diesen Preis aufgerüstet werden können. Den HAV im jeweiligen Haus zu tauschen kostet ca. 80 €, kommen also noch mal rd. 1500 € drauf. Gesamtkosten für 16 angeschlossene EFH: ca. 2800 Euro. Amortisation des Investments: ca. 14 Monate, ein Viertel der Zeit ggü. RFOG! Die zukünftige Umstellung auf DOCSIS 4.0 ist da dann auch quasi für lau machbar.

Ich sehe das alles halt aus der Perspektive eines Anschlusses im ländlichen Baden-Württemberg. Hier läuft nichtmal der Ofdm im 800mhz Bereich sauber und bricht immer Mal temporär auf <30dB ein, wenn er sonst auf 35dB läuft.
Ohne größere arbeiten laufen hier sicher keine 1,2ghz durchs Netz, ganz zu schweigen von höheren upstream Frequenzen.
Dort gilt das Gleiche, was ich bereits geschrieben habe: VrP auf MAC-PHY und den ersten EAZ tauschen, gut ist. Macht natürlich jetzt keinen Sinn, da ad hoc irgendwas zu machen, wenn es im Laufe des nächsten Jahres sowieso durch neuere Technik ersetzt wird.
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von floh667 »

Meister Voda hat geschrieben: 20.11.2021, 12:38 Irrtum: Die RFOG-Netze haben i.d.R. mehr (optische) Abzweiger, andere (passive) Bauteile, und natürlich den µ-Node an jedem Hausanschluss. Ein vergleichbares klassisches Koax-Netz ist da einfacher aufgebaut, hat dafür allerdings mehr aktive Komponenten, z.B. VrP.

RFOG erfordert für Segmentierungen und Veränderungen die Verlegung bzw. Errichtung von teuren, aktiven Komponenten näher bzw. direkter zur C-Line inkl. viel Tiefbau, um das Netz an die geänderte Topologie anzupassen. Aufwand: ca. 5.000 - 7.000 Euro für 16 Einfamilienhäuser. Dazu kommt dann noch der Austausch des µ-Node an jedem Hausanschluss mit weiteren 300 €. Geht also nicht unter 10.000 € pro C-Line. Das RFOG-Netz ist eben noch mehr Shared-Medium und wesentlich unflexibler als ein XPON-Netz. Das ist rein wirtschaftlich einfach nicht rentabel. Die Investition amortisiert sich frühestens nach 4,5 Jahren. Und das nur für den DOCSIS 3.1 Voll-Ausbau; für DOCSIS 4.0 muss dann nochmal die gleiche Investition getätigt werden.

Es ist eher davon auszugehen, dass die gebauten RFOG-Netze vom VF genauso stiefmütterlich behandelt werden, wie es ihrer Zeit die OPAL-Netze von KDG und der Telekom wurden.
Hö? Rfog funktioniert im grunde doch genauso wie PON Netze und du wandelst die Signale in Licht um und machst es wieder am Anschluss mit der micronode rückgängig. Das macht sie doch Ideal dafür, hohe frequenzen ohne Störung übertragen zu können, da du eben keine 30 jahre alten Abzweiger mehr im Erdboden überwinden musst.
Ich hab ja nicht damit gemeint, dass mand erzeitige Koaxsegmente auf rfog umbauen soll. ich meinte damit, dass die Erweiterung auf 1,2ghz und ein mid oder gar high split im upstream am leichtesten in den neuen rfog segmenten von statten gehen sollte.
Meister Voda hat geschrieben: 20.11.2021, 12:38 Ja, und? Kostenpunkt ca. 400 -500 € für die Umrüstung des VrP auf MAC-PHY inkl. Einblasen der Glasfaser durch das Kupferrohr des vorhandenen 1KX. Ggf. muss dann noch der erste Erdabzweiger in der C-Line getauscht werden; wenn die C-Line länger als 400 Meter ist, dann möglicherweise auch der zweite EAZ. Kostenpunkt: ca. 300 - 400 € pro EAZ. Macht zusammen ca. 1300 € Investition für schlimmstenfalls 16 Einfamilienhäuser, in der Praxis sind es wohl mehr WE, die für diesen Preis aufgerüstet werden können. Den HAV im jeweiligen Haus zu tauschen kostet ca. 80 €, kommen also noch mal rd. 1500 € drauf. Gesamtkosten für 16 angeschlossene EFH: ca. 2800 Euro. Amortisation des Investments: ca. 14 Monate, ein Viertel der Zeit ggü. RFOG! Die zukünftige Umstellung auf DOCSIS 4.0 ist da dann auch quasi für lau machbar.
Wo willst du da einfach so eine glasfaser bei einem Linienverstärker einblasen, den du als remote phy umbaust? Wenn da keine speedpipe liegt, darfst du ja erstmal tiefbau betreiben um eine faser zu dem linienverstärker zu bringen.
Und dann wären eben noch die Abzweiger vor den häusern unter der Erde, die auch alle meistens 20 Jahre oder älter sind. Die lassen ja nur mit biegen und brechen 862mhz noch durch, aber bei 1,2ghz sehe ich da schwarz.
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von petertxt »

floh667 hat geschrieben: 20.11.2021, 13:59 Und dann wären eben noch die Abzweiger vor den häusern unter der Erde, die auch alle meistens 20 Jahre oder älter sind. Die lassen ja nur mit biegen und brechen 862mhz noch durch, aber bei 1,2ghz sehe ich da schwarz.
Diese sind ja nicht so wie die Verstärker absichtlich auf 862 MHz begrenzt. Ab 862 MHz wurde die Charakteristik nicht gemessen und die Bauteile waren damals anders und für so hohe Frequenzen nicht geeignet. Man soll also erwarten, dass ab 862 MHz die Dämpfung langsam steigt. Das kann man in bestimmten Umfang durch Höhere Pagel bei den hohen Frequenzen am MAC-PHY ausgleichen. Selbst wenn man nicht in allen Häusern bis 1218 MHz kommt, wird es besser wenn man z.B. bei einigen Anschlüssen bis 862 oder bis 1000 MHz arbeiten kann und bei den anderen Anschlüssen, die in der Nähe liegen, bis 1218 MHz.

Bei dem Upstream bis 204 MHz sollten die passiven Bauteile jedoch nicht problematisch sein. Durch den Tausch der Verstärker kann man die vollen 200 MHz nutzen.

In einem anderen Bericht von Vodafone ist davon die Rede, dass Vodafone in Spanien schon etwa 5% der Anschlüsse in high split Modus betreibt mit 3 Gbps Down und 1 Gbps Up. Bei einem Netz das in der Qualität nicht mit dem deutschen Kabelnetz vergleichbar ist:
https://investors.vodafone.com/sites/vo ... tation.pdf
Es scheint auf jeden Fall machbar zu sein.
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von floh667 »

okay, danke für diese Zusatzinfo.
petertxt hat geschrieben: 20.11.2021, 16:08 Bei dem Upstream bis 204 MHz sollten die passiven Bauteile jedoch nicht problematisch sein. Durch den Tausch der Verstärker kann man die vollen 200 MHz nutzen.
Die wollen aber auch erstmal getauscht werden.

ALso ich sag ja nicht, dass das alles nicht möglich sei, aber es bedarf halt einem großen Aufwand. Alleine schon das Umwandeln von unzähligen linienverstärkern in nodes aller Art.
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Besserwisser
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von Besserwisser »

Träumt weiter von 100 Mbit/s Upload.
Ich hatte heute mit dem Messgerät am Verstärkerpunkt gerade mal 2 Mbit/s.
Die Modulation war QAM32.
Da müsste trotzdem bedeutend mehr gehen.

Das Problem ist nicht das Rohr.
Das Problem ist das Wasserwerk.
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von Tom_123 »

Hi,

der Upload wird Vodafone im Kabelnetz gegenüber einem Glasfaser Anbieter das Genick brechen, wenn die Kunden immer mehr auf Clouddienste setzen :fahne:

Zum Topic: Bis bei uns (klassisches Dorf mit ca. 4000 Einwohnern) auf MAC-PHY umgestellt wird, liegt Glasfaser :augendreh:
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von robert_s »

petertxt hat geschrieben: 20.11.2021, 16:08 Bei dem Upstream bis 204 MHz sollten die passiven Bauteile jedoch nicht problematisch sein. Durch den Tausch der Verstärker kann man die vollen 200 MHz nutzen.
Muss man nicht auch noch die MMD tauschen...?
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Re: DOCSIS 3.1 Upload mit max. 100 Mbit/s ab Mitte bis Ende 2021

Beitrag von DarkStar »

robert_s hat geschrieben: 20.11.2021, 21:43
petertxt hat geschrieben: 20.11.2021, 16:08 Bei dem Upstream bis 204 MHz sollten die passiven Bauteile jedoch nicht problematisch sein. Durch den Tausch der Verstärker kann man die vollen 200 MHz nutzen.
Muss man nicht auch noch die MMD tauschen...?
Nicht zwangsläufig, es gibt bereits MMDs die bis 204 Mhz gehen, diese habe ich hier Verbaut.


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