Die Netzangleichung beginnt

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Karl.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von Karl. »

GLS hat geschrieben: 24.03.2021, 00:22
robert_s hat geschrieben: 22.03.2021, 19:50 Aber welcher FTTH-Anbieter wird sich den Aufwand noch antun?
Bezieht sich das auf "DVB einspeisen"? Das machen ja viele FTTH-Anbieter. Ist insbesondere eine Empfehlung in Fachkreisen um die Netzlast gering zu halten. Während IPTV sich die Bandbreite mit dem restlichen Internet-Traffic teilen muss, läuft DVB in Form von RFoG unabhängig auf einer eigenen Wellenlänge bei FTTB/FTTH. Weiterer Vorteil: Die TV-Kunden brauchen vorerst keine neue Hardware.
Eine weitere Empfehlung in Fachkreisen ist bei GPON pro OLT (könnte man mit einem DOCSIS Segement vergleichen) maximal 32 anstatt maximal 96 (aus der Spezifikation) anzuschießen.
Darüber hinaus gibt's noch die Empfehlung, wenn IPTV, dann Multicast und / oder sathybrid anbieten.

Wenn man die Angebote der Anbieter anschaut, trifft das auf genau einen (von den großen) zu.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von robert_s »

GLS hat geschrieben: 24.03.2021, 00:22
robert_s hat geschrieben: 22.03.2021, 19:50 Aber welcher FTTH-Anbieter wird sich den Aufwand noch antun?
Bezieht sich das auf "DVB einspeisen"? Das machen ja viele FTTH-Anbieter.
Welche denn in Deutschland? Die Telekom jedenfalls nicht. Deutsche Glasfaser offenbar auch nicht, denn deren Set-Top-Box hat auch nur einen Ethernet-Anschluss und kein Koax (siehe https://www.deutsche-glasfaser.de/fernsehen/). Welchen relevanten FTTH (nicht FTTB!) Betreiber gibt es denn sonst noch in DE?

Und wie funktioniert das dann praktisch? Der Kunde hat also den ONT mit RF-Buchse in der Wohnung, und dann? Schließt er nur einen Fernseher da an, oder vielleicht einen T-Verteiler? Oder reißt der die vormalige Hausverkabelung auseinander und speist vom ONT in die Wohnungsverteilung ein? Erscheint mir recht unpraktisch.
GLS hat geschrieben: 24.03.2021, 00:22 Welchen Vorteil soll "DVB-IPTV" bringen? Du veränderst damit, wie du selbst sagst, den physischen Layer, der die Kapazität vorgibt, nicht, also gibt es keine Ersparnis.
Doch, natürlich. Der Netzbetreiber spart sich den Aufwand, doppelte Infrastruktur zu betreiben. Kein Edge-QAM Gedöns, kein "zweites Signal", was ggf. noch mal unabhängig entstört werden muss - und dafür nicht mal gescheite Technik bietet. Oder kann der Netzbetreiber von einem ONT mit RFoG abfragen, ob das RFoG-Signal fehlerfrei ankommt?
GLS hat geschrieben: 24.03.2021, 00:22 Schlimmer noch: Die Kunden mit "alter" DVB-C1-Hardware wären sofort ausgeschlossen und für den Betreiber erstmal verloren.
Dafür gibt's ja handelsübliche Set-Top-Boxen.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von Flole »

robert_s hat geschrieben: 24.03.2021, 04:46 Und wie funktioniert das dann praktisch? Der Kunde hat also den ONT mit RF-Buchse in der Wohnung, und dann? Schließt er nur einen Fernseher da an, oder vielleicht einen T-Verteiler? Oder reißt der die vormalige Hausverkabelung auseinander und speist vom ONT in die Wohnungsverteilung ein? Erscheint mir recht unpraktisch.
Es ist so gedacht, dass die bisherige Hausverteilanlage weiterbenutzt werden kann (so steht es zumindest im Flyer des Anbieters der hier im Ort ausbaut). Das wird sich wohl auf ein Einfamilienhaus beziehen. Im Mehrfamilienhaus wird es vermutlich eher auf deinen Ansatz mit dem Abtrennen des Wohnungsnetzes hinauslaufen (was je nach Verkabelung funktioniert oder eben nicht), oder aber einen zentralen ONT der nur TV bereitstellt mit einem Mehrnutzervertrag.

Großer Vorteil für den Anbieter im Gegensatz zu VF: Die Buchse kann man abschalten wenn der Vertrag gekündigt wird ;) Auf ein "wir schließen mal alle Wohnungen an, die Leute dürfen es aber nicht nutzen und hin und wieder kommt mal ein Medienberater vorbei und möchte kontrollieren" wird man sich hoffentlich nicht einlassen.
Karl.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von Karl. »

Also Mnet macht das so mit TV.

Da hat man ein RFoG, der GPON durchlässt und TV ausspeist, im Neubau in der Regel in der Wohnung.

Dahinter kommt dann das ONT, dann der Router, sofern man keinen Router mit ONT hat...
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GLS
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von GLS »

robert_s hat geschrieben: 24.03.2021, 04:46 Welche denn in Deutschland? Die Telekom jedenfalls nicht. Deutsche Glasfaser offenbar auch nicht, denn deren Set-Top-Box hat auch nur einen Ethernet-Anschluss und kein Koax (siehe https://www.deutsche-glasfaser.de/fernsehen/). Welchen relevanten FTTH (nicht FTTB!) Betreiber gibt es denn sonst noch in DE?
Meinst du speziell Betreiber, die ausschließlich FTTH, aber kein FTTB haben? Das dürfte es nicht geben, denn die Hausverkabelung ist Sache der Eigentümer und, wenn die sagen "Nö, rüste ich nicht auf!", wird das Unternehmen nicht einfach so abziehen, sondern FTTB machen. Gerade die Telekom ist doch das beste Beispiel: Inzwischen ist sie der drittgrößte DVB-C-Anbieter der Republik - hinter Vodafone und Tele Columbus (PYUR) und noch vor den ganzen Regional-Anbietern. Das Netz dafür ist bei der Telekom ausschließlich FTTB oder besser, denn ihr Koaxnetz wurde bekanntlich vor 20 Jahren verkauft und gehört heute Vodafone. Und andere Anbieter? Naja, klick dich halt mal im Breitbandatlas durch die Sparte FTTB/H; eine Vielzahl derer, die sich "Stadtwerke xy" nennen (oder Töchter von solchen sind), haben DVB-C (einzelne sogar experimentell DVB-S!) im Angebot. Bei der DG ist es teils teils, je nach Netz.
Und wie funktioniert das dann praktisch? Der Kunde hat also den ONT mit RF-Buchse in der Wohnung, und dann? Schließt er nur einen Fernseher da an, oder vielleicht einen T-Verteiler? Oder reißt der die vormalige Hausverkabelung auseinander und speist vom ONT in die Wohnungsverteilung ein? Erscheint mir recht unpraktisch.
Wenn schon FTTH, dann richtig. Dann sollte es kein Koax-Hausnetz mehr geben. Innerhalb der Wohnung ist es bei einer TV-Dose ja ähnlich. Ob da jetzt die alte Dose in der Wand hängt oder ein Glasfaser-Modem wie etwa (jetzt kommt mein Lieblingsbeispiel) bei Glasfaser Ostbayern eingesetzt wird, kommt aufs selbe raus. Bei mehreren Dosen in der Wohnung muss man die halt irgendwie verbinden oder man macht sich sein eigenes IPTV über LAN (vorausgesetzt, die Software in der Kiste unterstützt das - da kenne ich mich nicht aus). Man kann hier eben Beides nutzen und ist nicht einer einzigen Technologie ausgeliefert, nur weil vielleicht mancher Netzbetreiber zu bequem dazu ist, DVB einzuspeisen.
Doch, natürlich. Der Netzbetreiber spart sich den Aufwand, doppelte Infrastruktur zu betreiben. Kein Edge-QAM Gedöns, kein "zweites Signal", was ggf. noch mal unabhängig entstört werden muss - und dafür nicht mal gescheite Technik bietet.
EdgeQAM und CMTS sind bei Vodafone in CCAPs zusammengefasst, also nix mit doppelter Infrastruktur. Und bei anderen Betreibern scheint sich das schon ab einer gewissen Größe zu rentieren, weniger bei den kleinen Dorfnetzen der DG.
Übersicht & Ausbaustand der Vodafone-Kabelnetze in Deutschland
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von DerSarde »

In der Senderübersicht auf der Unitymedia-Homepage sind jetzt übrigens die Altpakete rausgeflogen:
https://www.unitymedia.de/privatkunden/ ... ebersicht/
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von cka82 »

Dafür stehen aber weiterhin Sender in der Übersicht, die gar nicht mehr bei VF West zu sehen sind, wie CityVision, der Promokanal der Unitymedia Videothek oder health tv. Und QUADRATAUGE TV ist schon seit langem GIGA TV.
sch4kal
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von sch4kal »

robert_s hat geschrieben: 24.03.2021, 04:46 Doch, natürlich. Der Netzbetreiber spart sich den Aufwand, doppelte Infrastruktur zu betreiben. Kein Edge-QAM Gedöns, kein "zweites Signal", was ggf. noch mal unabhängig entstört werden muss - und dafür nicht mal gescheite Technik bietet. Oder kann der Netzbetreiber von einem ONT mit RFoG abfragen, ob das RFoG-Signal fehlerfrei ankommt?
Jup, das kann er.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von Karl. »

sch4kal hat geschrieben: 31.03.2021, 07:57
robert_s hat geschrieben: 24.03.2021, 04:46 Oder kann der Netzbetreiber von einem ONT mit RFoG abfragen, ob das RFoG-Signal fehlerfrei ankommt?
Jup, das kann er.
Kommt auf die Bauweise an.

Hat man ein dummes RFoG, geht das nicht.
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Re: Die Netzangleichung beginnt

Beitrag von sch4kal »

Karl. hat geschrieben: 03.04.2021, 13:58
sch4kal hat geschrieben: 31.03.2021, 07:57
robert_s hat geschrieben: 24.03.2021, 04:46 Oder kann der Netzbetreiber von einem ONT mit RFoG abfragen, ob das RFoG-Signal fehlerfrei ankommt?
Jup, das kann er.
Kommt auf die Bauweise an.

Hat man ein dummes RFoG, geht das nicht.
Dann hat man aber auch kein ONT da hängen.