Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Hier wird über alle möglichen Medienthemen diskutiert, hauptsächlich Fernsehthemen, die nicht allein (oder gar nicht) Vodafone Kabel Deutschland bzw. Vodafone West (ehem. Unitymedia) betreffen.
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DarkStar
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von DarkStar »

Man sollte mit solchen Aussagen vorsichtig sein.
Niemand wird gezwungen irgendwo einzuziehen wo nur Kabel TV / I&P über Kabel erlaubt ist.
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twen-fm
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von twen-fm »

@okatomy:

Das ist bei unserer Wohnanlage mit 180 WE (fertiggestellt 2017) nicht viel anders, hier haben wir beim Kabelanschluss und (Festnetz-)Telefon/Internet nur eine einzige Wahl: Vodafone Kabel Deutschland. Nichts anderes würde hier funktionieren (keine Telekom oder sonst wer, da nicht einmal ein Zugang zu denen möglich ist).

Nur die Nutzung des mobilen Handy-/Internetempfang mit einen Stick und/oder dem Smartphone über (3G,) 4G und 5G, ähnlich wie ich es bis Mitte 2017 (bevor ich hier eingezogen bin) in der 115 Jahre alten Ur-Altbau-Wohnung getan habe, könnte zusätzlich im Neubau genutzt werden (da der Kabelanschluss über die Mietnebenkosten abgerechnet wird).

Als "Bonus" kommen noch die langfristigen 10-Jahresverträge mit dazu, welche unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft mit der Vodafone Kabel Deutschland in fast all seinen Objekten in Berlin abschliesst!

@DarkStar: Eher würde ich mit deiner Aussage vorsichtig sein: Hier in Berlin wirst du kaum eine Wohnung finden, wo kein "Zwangs-Kabelanschluss" vorhanden ist. Da bleibt einen Wohnungssuchenden keine andere Wahl übrig und warum das so ist, kannst du im oberen Teil dieses Beitrages lesen, denn alle Wohungswirtschaftler schliessen solche über die Mietnebenkosten laufenden Sammelverträge, vor allem mit der Vodafone Kabel Deutschland ab!
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DarkStar
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von DarkStar »

Trotzdem steht meine Aussage, wenn mir das nicht passt, dann unterschreibe ich keinen Mietvertrag.

Ich würde zum Beispiel (auch wenn der Wohnungsmarkt im Moment sehr angespannt ist) in keine Wohnung ziehen wo ich meine Vodafone Verträge nicht mitnehmen kann.
So unterschiedlich kann es sein.
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twen-fm
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von twen-fm »

Natürlich. Wenn du unbedingt die Vodafone-Verträge in einer neuen Wohnung behalten bzw. mitnehmen willst, ist das deine private Angelegenheit und da kannst du deine Traumwohnung suchen, bis du diese gefunden hast. Vielen anderen Interessenten bleibt allerdings gar keine andere Wahl übrig, als das zu nehmen was auf dem Wohnungsmarkt angeboten wird und nicht alle können oder wollen dem (in diesen Fall: dem Haushalt zu versorgenden Kabelnetzbetreiber) widersprechen.
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von Knidel »

okatomy hat geschrieben: 10.12.2020, 19:31 Wie sich aber manche großen Akteure der Immobilienwirtschaft geradezu mit den großen Koaxkablern zusammen ins Bett legen und insbesondere bei Neubauten der letzen Jahre ausschließlich coax Kabel legen lassen und sonst nix, den künftigen Mietern also komplett alle Wahlmöglichkeiten nehmen, selbst wenn das Segment mal wieder überlastet oder gestört ist, hat man keine Alternative in diesen Bauten.
Mir ist das auch sehr suspekt.
Auch ich wohne in einer Wohnung (letztes Jahr neu gebaut), in der es ausschließlich (Vodafone) Kabel gibt. Bei der Wohnungsübergabe war gleich auch noch der Medienberater dabei, der mir Internet andrehen wollte, den ich aber auflaufen lassen habe, weil mir das einfach zu plump war, sich bei einer Wohnungsübergabe aufzudrängen. Über das Internet konnte ich zunächst nicht bestellen, weil eine Vermarktungssperre hinterlegt war. Ich musste bei der Hausverwaltung erst Druck machen, dass sie die Vermarktungssperre streichen.
Mir kommt das immer noch seltsam vor, dass der Medienberater zur Wohnungsübergabe eingeladen wurde und dass es diese Vermarktungssperre gab...

Man kann natürlich sagen, dass solche Verträge Privatsache des Vermieters sind und niemand zum Einzug in eine Wohnung gezwungen ist, aber das ist zu kurz gedacht. Der Vermieter schränkt im Gegenzug die Vertragsfreiheit des Mieters massiv ein und begünstigt somit Monopole. In meinem Fall wurde ich auch gar nicht vorher darüber informiert, dass mir nur Vodafone bleibt.
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von twen-fm »

@Knidel: Das habe ich auch noch nie gesehen, das bei einer Wohnungsübergabe der sogenannte "Medienberater" anwesend ist. Übrigens: Den für unseren Wohnobjekt zuständigen habe ich nur am "schwarzen Brett" aufgehängten Flyer mit seinem Bild gesehen. Ob dieser überhaupt noch hier zuständig ist oder nicht kann ich nicht wissen...

BTW: Diese "Drücker" hätten bei mir nach der schlechten Erfahrung in der alten Wohnung ganz schlechte Karten um mich zu überzeugen einen (neuen) Vertrag abzuschliessen. Da habe ich zum Glück andere Möglichkeiten, die viel besser und vor allem zuverlässiger sind...
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von spooky »

Nochmal einen schönen Auszug aus der Novelle:

„ Das ebenfalls umstrittene Nebenkostenprivileg will die Bundesregierung laut dem neuen Entwurf nun noch schneller abschaffen. War im vorherigen Entwurf für Bestandsverträge noch eine Übergangsfrist von fünf Jahren vorgesehen, soll das Nebenkostenprivileg nun nach zwei Jahren fallen. Bisher können Wohnungsunternehmen, Hausbesitzer und Kabelnetzbetreiber den TV-Kabelanschluss über die Mietnebenkosten abrechnen. Das Bundeswirtschaftsministerium hält das für wettbewerbshinderlich und überdies nicht mehr zeitgemäß.

Wohnungswirtschaft und Kabelnetzbetreiber laufen Sturm gegen diese Pläne. Das gehe "in eine gänzlich falsche Richtung", kritisiert Andrea Huber, Chefin des Breitbandverbands ANGA. Die Abrechnung der Kosten von Hausverteilnetzen über die Miete sei auch eine Chance für den Glasfaserausbau. "Damit würde Netzbetreibern und Wohnungsunternehmen eine extrem wichtige Grundlage für die Anbindung der Wohnungen an moderne Glasfaser- und Gigabitnetze genommen. Gerade regionale Netzbetreiber sind auf langfristige Verträge zur Sicherung der Finanzierung ihrer Glasfaser-Projekte angewiesen."

Quelle: heise.de
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von okatomy »

Da ja gerade die Coax Fraktion dank des Nebenkostenprivilegs so üppig FTTH gebaut hat bisher ... nicht.
Gerade diese Fraktion scheut das Thema FTTH wie der Teufel das Weihwasser. Verkabelt man doch lieber ganze Naubauten mit Coax und irgendwelchen Exclusivdeals mit der WiWi, um die Konkurrenz draußen zu halten.

Das Nebenkostenprivileg machts möglich. Und behindert den FTTH Ausbau.
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von Karl. »

Auf der einen Seite kann ich die Mieter verstehen, die zur Zeit widerwillig zahlen.

Auf der anderen Seite kann ich Mieter verstehen, die das Privileg toll finden, weil sie die Hälfte für nen Kabelanschluss zahlen.

Jedenfalls ist eine Übergangsfrist von 2 Jahren bei einer üblichen Laufzeit von zum Beispiel 10 Jahren viel zu kurz, sodass einige Hauseigentümer die Kabelanschlusskosten bei einer Mieterhöhung auf die Kaltmiete addieren werden, weil alle Nebenkosten, die nicht umlagefähig sind, in der Kaltmiete enthalten sind.

Dann wird der Vermieter auf einzelinkasso umstellen oder den Vertrag mit Vodafone ganz beenden, sodass der Mieter unterm Strich erstmal doppelt zahlt.
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Re: Politik will Kabelgebühren aus Mietnebenkosten streichen

Beitrag von twen-fm »

Naja, ob die WoWi einen Vertrag mit Vodafone (wie derjenige bei uns, welcher noch gut 7 Jahre läuft) vorzeitig beenden kann, wage ich mal stark zu bezweifeln.
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