Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

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sparkie
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von sparkie »

reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem mit einem vom Netzbetreiber gestellten ONT - wenn dieser NICHT als Router, sondern AUSSCHLIESSLICH als transparente Bridge arbeitet.
[...]
dein Beitrag ist super und trifft die Sachlage genau auf den Punkt

robert_s
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Registriert: 30.11.2010, 15:09

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von robert_s »

reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem mit einem vom Netzbetreiber gestellten ONT - wenn dieser NICHT als Router, sondern AUSSCHLIESSLICH als transparente Bridge arbeitet.
Ich schon. Die Telekom überprovisioniert ihren Gigabit FTTH-Anschluss inzwischen auf 1100Mbit/s - stellt aber dummerweise nur ONT mit Gigabit-Ethernet Schnittstelle, aus denen nur 940Mbit/s herauskommen können. Und schon bekommt man einen "dummen" Flaschenhals aufgezwungen, der bei Überlast am 1100Mbit/s -> 940Mbit/s Übergang wahllos Pakete verwirft. Dann nützt auch der tollste QoS-Router dahinter nix mehr.
reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Also genau das Gegenteil von dem, was die Netzbetreiber bei Zwangsgeräten bisher in den letzten 8 Jahren gemacht haben, bei denen sie die Kunden mit Zwangsroutern "beglückt" haben, bei denen die Routerfunktionalität dann auch noch so beschnitten wurde, dass sie selbst dafür nicht vernünftig einsetzbar waren.
Die von der Telekom gestellten ONT sind doch alle kastrierte Router, wie man dem Huawei-Manual entnehmen kann.
reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Mit einem ONT als reinem Signalwandler -also ähnlich wie die DOCSIS2.0-Modems bei VF damals-
Einen "reinen Signalwandler" kann es weder bei DOCSIS noch bei GPON geben. Das Gerät muss immer viel mehr können als nur Modulieren/Demodulieren. Bei DOCSIS muss es sogar bis in den TCP/IP-Traffic reingreifen, wie es im Service Flow definiert ist.

"Reine Signalwandler" gibt es nur bei gleich schnellen Ethernet-Varianten, wo auf unterschiedlichen Medien das gleiche Frame-Format verwendet wird. Da kann man tatsächlich nur das "Medium konvertieren". Bei komplexen PtMP-Netzen ist das prinzipiell überhaupt nicht möglich.
reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
ganz im Gegenteil, das wär mir sogar lieber, als die heutige Situation im Kabelnetz, bei der man sich zwischen Zwangsrouter und Support -oder- freiem Router und keinem Support entscheiden muss.
Das ist ein reines Unitymedia-Problem. Bei Vodafone Kabel bekommst Du beides: Gestelltes "Referenzgerät" mit vollem Support und die Freiheit ein eigenes Gerät zu nutzen. Hast Du einen Problem mit dem Netz, schließt Du einfach das "Referenzgerät" an und hast Anspruch auf Fehlerbehebung.

Abraxxas
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von Abraxxas »

robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 19:05
Es geht weder um Telefon- noch Koax-Anschlüsse, sondern nur um Glasfaseranschlüsse (FTTH).
Na dann haben wir noch lange kein Problem.
Allerdings habe ich den Artikel anders gelesen, da ging es um alle Anschlüsse.

robert_s
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von robert_s »

Abraxxas hat geschrieben:
11.11.2019, 20:22
robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 19:05
Es geht weder um Telefon- noch Koax-Anschlüsse, sondern nur um Glasfaseranschlüsse (FTTH).
Na dann haben wir noch lange kein Problem.
Allerdings habe ich den Artikel anders gelesen, da ging es um alle Anschlüsse.
Was kann man da anders lesen?
Die Verbände und die Telekom kritisieren diesen Gesetzesabschnitt vor dem Hintergrund des Glasfaserausbaus: "Durch die topologieübergreifende Festlegung auf einen passiven Netzabschlusspunkt in den Räumen des Endkunden ('Dose in der Wand') wird die Weiterentwicklung von Gigabit-Netzen und insbesondere der Ausbau von Glasfasernetzen gehemmt." Mit anderen Worten: Die Routerfreiheit ist schön und gut, aber bitte nicht für Glasfaseranschlüsse.

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AndreasNRW
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von AndreasNRW »

robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:03
Das ist ein reines Unitymedia-Problem. Bei Vodafone Kabel bekommst Du beides: Gestelltes "Referenzgerät" mit vollem Support und die Freiheit ein eigenes Gerät zu nutzen. Hast Du einen Problem mit dem Netz, schließt Du einfach das "Referenzgerät" an und hast Anspruch auf Fehlerbehebung.
Warte mal, UM ist doch jetzt VF, warum darf der Kunde die Connectbox, bzw. neuerdings die VF Station denn dann nicht behalten, wenn er sein eigenes Endgerät nutzt :confused:

robert_s
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von robert_s »

AndreasNRW hat geschrieben:
11.11.2019, 20:47
Warte mal, UM ist doch jetzt VF, warum darf der Kunde die Connectbox, bzw. neuerdings die VF Station denn dann nicht behalten, wenn er sein eigenes Endgerät nutzt :confused:
Warum hat UM seine Geräteverwaltung und seine CMTS noch nicht an das Vodafone Kabel Aktivierungsportal angeschlossen? Das braucht wohl noch Zeit. Und solange man die Provisionierung eines Vertrags auf ein Gerät noch nicht automatisiert hat, macht es auch nur begrenzt Sinn, dem Kunden ein "zweites" Endgerät zu überlassen.

Abraxxas
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von Abraxxas »

robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:30
Was kann man da anders lesen?
Vielleicht mal den ganzen Text und nicht nur die Interpretation des Authors.

Fabian
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von Fabian »

Die Arbeitsgruppe "BEREC Body of European Regulators for Electronic Communications", zu der auch die Bundesnetzagentur gehört, stellt Überlegungen an, wie der Netzabschlusspunkt bei den unterschiedlichen Technologien aussehen soll.
In dem unten angeführten Bericht werden die Fälle A, B, und C diskutiert.
Bei uns gilt zur Zeit der Fall A.

Für Glasfaseranschlüsse käme künftig vermutlich der Fall B zur Anwendung.

Auch der Funkbetrieb ist in dem Arbeitspapier angesprochen.
"Location of the mobile NTP"
BEREC Guidelines on Common Approaches to the Identification of the Network Termination Point in different Network Topologies

https://berec.europa.eu/eng/document_re ... topologies

sch4kal
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von sch4kal »

reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem mit einem vom Netzbetreiber gestellten ONT - wenn dieser NICHT als Router, sondern AUSSCHLIESSLICH als transparente Bridge arbeitet.
Danke ! Ich nämlich auch nicht, solange am Ende L2 rauspurzelt und meinem nachgelagerten Router per DHCP eine IPv4 + IPv6 IA_NA bzw. /56er IA_PD Prefix ausgibt, wäre mir das auch vollkommen egal was für ein ONT mir der Provider da vorsetzen möchte.
robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:03
Ich schon. Die Telekom überprovisioniert ihren Gigabit FTTH-Anschluss inzwischen auf 1100Mbit/s - stellt aber dummerweise nur ONT mit Gigabit-Ethernet Schnittstelle, aus denen nur 940Mbit/s herauskommen können. Und schon bekommt man einen "dummen" Flaschenhals aufgezwungen, der bei Überlast am 1100Mbit/s -> 940Mbit/s Übergang wahllos Pakete verwirft. Dann nützt auch der tollste QoS-Router dahinter nix mehr.
Die 1100 Mbit/s werden auch im Produktinformationsblatt nach §1 TK-Transparenzverordnung zugesichert ? Das Überlastszenario bist du übrigens auch noch schuldig, ich kann es bei mir daheim jedenfalls nicht nachstellen, das bei Kopiervorgängen von meinem Server (10G) auf meinen PC (1G) Pakete verloren gehen würden (NFSv3), FlowControl ist übrigens deaktiviert, nur um das Vorweg zu nehmen.
robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:03
Es geht weder um Telefon- noch Koax-Anschlüsse, sondern nur um Glasfaseranschlüsse (FTTH).
Naja, dann hast du das Positionspapier aber nicht gelesen:
[...]Insbesondere dort, wo mehrere TK-Anbieter ihre Dienste über ein solches im Hinblick auf den
Endkundenanschluss geteiltes Zugangsnetz (sog. „Shared Medium“) – sei es im Wege regulierten oder freiwilligen Zugangs (Open Access) – anbieten, ergeben sich Probleme bei der
Verwendung kundeneigener Netzabschlussgeräte (ONT, Kabelmodems – nicht jedoch der
Router)[...]
https://www.vatm.de/wp-content/uploads/ ... spunkt.pdf

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treefiddy
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Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von treefiddy »

sch4kal hat geschrieben:
12.11.2019, 15:28
reneromann hat geschrieben:
11.11.2019, 19:44
Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem mit einem vom Netzbetreiber gestellten ONT - wenn dieser NICHT als Router, sondern AUSSCHLIESSLICH als transparente Bridge arbeitet.
Danke ! Ich nämlich auch nicht, solange am Ende L2 rauspurzelt und meinem nachgelagerten Router per DHCP eine IPv4 + IPv6 IA_NA bzw. /56er IA_PD Prefix ausgibt, wäre mir das auch vollkommen egal was für ein ONT mir der Provider da vorsetzen möchte.
robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:03
Ich schon. Die Telekom überprovisioniert ihren Gigabit FTTH-Anschluss inzwischen auf 1100Mbit/s - stellt aber dummerweise nur ONT mit Gigabit-Ethernet Schnittstelle, aus denen nur 940Mbit/s herauskommen können. Und schon bekommt man einen "dummen" Flaschenhals aufgezwungen, der bei Überlast am 1100Mbit/s -> 940Mbit/s Übergang wahllos Pakete verwirft. Dann nützt auch der tollste QoS-Router dahinter nix mehr.
Die 1100 Mbit/s werden auch im Produktinformationsblatt nach §1 TK-Transparenzverordnung zugesichert ? Das Überlastszenario bist du übrigens auch noch schuldig, ich kann es bei mir daheim jedenfalls nicht nachstellen, das bei Kopiervorgängen von meinem Server (10G) auf meinen PC (1G) Pakete verloren gehen würden (NFSv3), FlowControl ist übrigens deaktiviert, nur um das Vorweg zu nehmen.
robert_s hat geschrieben:
11.11.2019, 20:03
Es geht weder um Telefon- noch Koax-Anschlüsse, sondern nur um Glasfaseranschlüsse (FTTH).
Naja, dann hast du das Positionspapier aber nicht gelesen:
[...]Insbesondere dort, wo mehrere TK-Anbieter ihre Dienste über ein solches im Hinblick auf den
Endkundenanschluss geteiltes Zugangsnetz (sog. „Shared Medium“) – sei es im Wege regulierten oder freiwilligen Zugangs (Open Access) – anbieten, ergeben sich Probleme bei der
Verwendung kundeneigener Netzabschlussgeräte (ONT, Kabelmodems – nicht jedoch der
Router)[...]
https://www.vatm.de/wp-content/uploads/ ... spunkt.pdf
Immerhin bietet das Formular auch direkt Kontaktadressen von den Wasserköpfen in den Verbänden und Firmen... :twisted:

ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e. V., Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin
Tel.: 030 / 2404 7739-0, Fax: 030 / 2404 7739-9, E-Mail: info@anga.de
BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V., Eduard-Pflüger-Straße 58, 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 909045-0, Fax: 0228 / 909045-88, E-Mail: info@buglas.de
VATM Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V., Alexanderstraße 3, 10117 10178 Berlin
Tel.: 030 / 505615-38, Fax: 030 / 505615-39, E-Mail: vatm@vatm.de
VKU Verband Verband kommunaler Unternehmen e.V., Invalidenstraße 91, 10115 Berlin
Tel.: 030 / 58580-0, Fax: 030 / 58580-100, E-Mail: info@vku.de
Deutsche Telekom AG, Friedrich-Ebert-Allee 140, 53113 Bonn, Ansprechpartner: Patrick Krisam
Tel.: 0228 / 181-99350, E-Mail: patrick.krisam@telekom.de
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